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Die Feinstaubmessstation an der Friedberger: Hier wollen die Demonstranten den Unterschied zeigen – mit und ohne Autos.

Klima

Umweltdemo zur Rush-Hour in Frankfurt

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Ein breites Bündnis blockiert die Friedberger Landstraße am Freitag um 16 Uhr und legt sich auf die Fahrbahn. Bus und Bahn müssen Umwege fahren. Was sagt das Ordnungsamt dazu?

Ein Bündnis Frankfurter Umwelt- und Verkehrsorganisationen will am Freitag, 31. Januar, die Friedberger Landstraße für zwei Stunden blockieren. Die Aktivisten haben die Nase voll von dicker Luft durch den Straßenverkehr. Aus Protest gegen fehlende Schritte der Politik rufen sie auf zur Aktion „Lasst Frankfurt aufatmen – Nix NOx“, 16 bis 18 Uhr an der Luftmessstation, Friedberger Landstraße 84. NOx sind schädliche Stickstoffoxide, besonders aus Dieselmotoren.

Schon um 14 Uhr treffen sich die „Fridays for Future“ am Nibelungenplatz, um ebenfalls zum Treffpunkt Matthias-Beltz-Platz zu gehen. Um 16 Uhr pausiert der Feierabendverkehr Richtung Norden. „Wir legen uns auf die Straße, formen zwei Schriftzüge, und in einer Großprojektion wird die Veränderung der Stickstoffdioxid-Messwerte vor und während der Aktion gezeigt“, kündigen die Veranstalter an. Landesregierung und Magistrat müssten „endlich die Gesundheit der Betroffenen ins Zentrum ihres Handelns stellen!“, fordert das Bündnis. Die Friedberger Landstraße sei eine der am stärksten verpesteten Straßen Deutschlands, „Synonym für schlechte Luft durch motorisierten Verkehr“.

Aber: „Wir wollen niemanden ärgern“, sagt Werner Buthe von der Initiative Radentscheid, „im Gegenteil: Wir tun etwas für die Gesundheit der Frankfurter.“ Deshalb sollen Autos bis 16 Uhr „volle Pulle“ über die Friedberger fahren, damit der Unterschied bei den Schadstoffmesswerten vorher/nachher klar wird. Die Bahn werde so schnell wie möglich wieder freie Fahrt haben. „Und um Punkt 18 Uhr sind wir weg.“

„Zehn Jahre illegale Verhältnisse bezüglich Luftreinhaltung ,feiern‘ wir mit dieser Demo“, sagt Heiko Nickel vom VCD. Autoverkehr sei gesundheitsschädlich und gefährlich: „Durch einen zuverlässigen ÖPNV und eine Raumaufteilung zugunsten von Fuß- und Radverkehr wird die Mobilität nicht nur ökologischer, sondern auch deutlich effektiver.“

Obwohl der EU-Grenzwert für Stickstoffdioxide häufig überschritten werde und Gerichtsurteilen zum Trotz liege bis heute kein überzeugender Luftreinhalteplan auf dem Tisch. Das Bündnis verlangt von Stadt und Land, dies schnellstens zu ändern. Der Reinhalteplan ist nur eine von zehn Forderungen, die am Freitag auf dem Protestprogramm stehen.

Das Ordnungsamt hat die Demopläne zur Kenntnis genommen. „Das findet so statt“, sagt Sprecher Michael Jenisch. „Da fährt dann nichts, kein Auto, kein Bus.“ In den Auswirkungen auf den Verkehr unterscheide sich die stationäre Demonstration nicht von einem Zug, der zwei Stunden durch die Innenstadt laufe.

Die Verkehrsgesellschaften Traffiq und VGF teilen mit: „Die Linien 12, 18 und 30 umfahren den gesperrten Bereich am Friedberger Platz.“ Die Trams 12 und 18 müssten ab 16 Uhr nur für etwa eine halbe Stunde über Zoo und Wittelsbacherallee ausweichen; der 30er-Bus fährt von 16 bis 18 Uhr über die Eckenheimer Landstraße zum Nibelungenplatz.

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