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Umfrage zu Leben in Frankfurt: 7356 Menschen bewerten ihre Stadt

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Von: Sandra Busch

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Wegen des Klimawandels ändern Bürger:innen Verhalten und steigen etwa auf Rad um. renate Hoyer .
Wegen des Klimawandels ändern Bürger:innen Verhalten und steigen etwa auf Rad um. renate Hoyer . © Renate Hoyer

In einer Umfrage der Stadt zu „Leben in Frankfurt“ geht es um die Lebensverhältnisse der Bürgerinnen und Bürger, um die größten Probleme in der Stadt, um Corona.

Die Menschen in Frankfurt nehmen ihre Stadt vorwiegend als weltoffen und modern wahr. Aber: Sie sehen auch Probleme. Mit Abstand das größte ist der Wohnraum. Auch beim Thema Digitalisierung betrachten sie die Ausstattung der Schulen mit der entsprechenden Technik als vorrangig. Auch die Möglichkeit, Online-Termine bei Ämtern vereinbaren zu können, steht oben auf der Dringlichkeitsliste. Das ergab – unter anderem – die Mehrthemenumfrage der Stadt „Leben in Frankfurt“.

Wie die Lebensverhältnisse der Bürgerinnen und Bürger sind, welche Wünsche sie an ihre Stadtverwaltung stellen und wie sie die Herausforderungen für die Entwicklung Frankfurts einschätzen, das will die Mehrthemenumfrage herausfinden. Sie fand bereits zum 28. Mal statt, erstmals aber in einem hybriden Format: Die Teilnahme war sowohl online als auch per Post möglich. „So konnten wir auch mehr Jüngere ansprechen und zur Mitwirkung bringen“, sagte Eileen O’Sullivan (Volt), Dezernentin für Digitalisierung und Bürger:innenservice, bei der Präsentation der Umfrageergebnisse am Donnerstagvormittag im Römer. Und: Fast 69 Prozent nahmen online teil, so konnte eine Menge Papier gespart werden. Genauer: „250 Kilo Papier“, sagte O’Sullivan.

Mehr als 7300 Frankfurterinnen und Frankfurter nahmen an der Umfrage im vergangenen Jahr teil, das entspricht einer Rücklaufquote von 33,9 Prozent. Mit den Ergebnissen habe man „einen Reichtum an Wissen angesammelt“, sagte O’Sullivan, der „in der Verwaltung und der Politik genutzt werden kann“.

DIE UMFRAGE

23 000 zufällig ausgewählte Bürger:innen wurden für die Umfrage „Leben in Frankfurt“ von April bis Juli 2021 angeschrieben. 7356 nahmen teil.

Ein Online-First-Konzept wurde dabei erstmals verfolgt. Die Bürger:innen erhielten zunächst eine Bitte um Online-Teilnahme. Wer nicht teilnahm, erhielt nach vier Wochen erneut eine Bitte, aber auch den Fragebogen in Papierform.

Die Umfrage „Leben in Frankfurt“ steht als Download zur Verfügung: frankfurt.de/umfragen

So wissen nun alle Beteiligten, dass die Bürgerinnen und Bürger teuren Wohnraum und mangelndes Wohnraumangebot als die größten Probleme ansehen. Auch der Verkehr, mangelnde Sauberkeit und der ÖPNV (meist zu teuer, schlechte Verbindungen) werden bemängelt. Darüber hinaus sehen „deutsche Staatsangehörige den Verkehr häufiger als problematisch an als ausländische Staatsangehörige“, sagte O’Sullivan. Diese würden eher Sicherheit und Obdachlosigkeit als Problem sehen. „Die Lebensrealitäten unterscheiden sich“, sagte O’Sullivan. Bei der Behandlung der Probleme müssten daher unterschiedliche Perspektiven einfließen.

Aus der Umfrage geht hervor, dass die Menschen in Frankfurt ihr Verhalten angesichts des Klimawandels umgestellt haben. 86 Prozent gaben an, bewusst etwas verändert zu haben; sei es regionale Produkte zu kaufen, weniger Fleisch zu essen oder häufiger mit dem Rad oder der Bahn zu fahren. Auch nannten es 82 Prozent wichtig, dass die Stadt Mittel zur Bewältigung des Klimawandels einsetze. Nur sechs Prozent sehen das als unwichtig an. „Das ist erfreulich vor dem Hintergrund der derzeitigen Haushaltsdiskussion“, sagte O’Sullivan. Denn trotz der Corona-Krise und der damit verbundenen hohen finanziellen Belastungen wird die Stadt massiv in den Klimaschutz investieren. „Wir schlagen da in die Kerbe nach dem Wunsch, mehr Mittel einzusetzen.“

Auch wollen die Frankfurter in den nächsten zwei Jahren anders mobil sein. 19 Prozent geben an, ein Elektroauto nutzen zu wollen, 16 Prozent den ÖPNV und 13 Prozent wollen sich beim Carsharing beteiligen. „Da müssen wir schauen, wie wir die Stadtplanung anpassen, wenn die Bürgerinnen und Bürger ihr Mobilitätsverhalten ändern wollen“, sagte O’Sullivan.

Die Corona-Pandemie hatte nach Ansicht der Stadtbevölkerung positive Auswirkungen auf die Umwelt, ebenso wie auf den familiären Zusammenhalt und auf die zur Verfügung stehende Zeit im Alltag. „Das lässt sich mit dem Homeoffice erklären“, so O’Sullivan. Immerhin befand sich ein Drittel während der Pandemie täglich im Homeoffice und mehr als die Hälfte mindestens einmal in der Woche. Negative Auswirkungen ergaben sich laut Umfrage bei der eigenen wirtschaftlichen Situation und dem sozialen Zusammenhalt in der Gesellschaft. Zwar wurde auch die wirtschaftliche Entwicklung Frankfurts durch die Pandemie eher negativ gesehen, allerdings nicht so negativ wie die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung. So sagen dann doch auch 83 Prozent: „Frankfurt ist für mich wirtschaftskräftig.“

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