Nied

Umbau des Bahnübergangs 2027?

Bahn und Verkehrsdezernent stellen Drei-Stufen-Plan für Nied vor.

Stadt und Bahn wollen den Umbau des Bahnübergangs an der Oeserstraße in Nied schneller als gedacht angehen. Hatten Klaus Vornhusen, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn, und Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) im Verkehrsausschuss der Stadtverordnetenversammlung im Mai noch von einem Zeithorizont 2029 gesprochen, heißt das Ziel jetzt 2027.

Konkret präsentierten sie den 250 Zuhörern einer Diskussion auf dem Gelände der SG Nied, direkt neben dem gefährlichen Bahnübergang, einen Drei-Stufen-Plan, mit dem der Übergang mittelfristig ersetzt werden soll – durch eine Unterführung für Radfahrer und Fußgänger und, 300 Meter östlich davon, durch eine Autounterführung.

Bis zum kommenden Jahr soll in einem ersten Schritt die Technik der Sicherungsanlage erneuert und dabei die letzte Kurbelschranke im Rhein-Main-Gebiet ersetzt werden. Dann, versprach Vornhusen, sollen die Schranken automatisch schließen, sobald sich ein Zug nähere. Ein Schrankenposten werde dann die Freigabe für den Zug erteilen. Zudem würden sich die Schranken auch nicht mehr, wie derzeit immer wieder beklagt, auf Autos senken, die nicht schnell genug den Bahnübergang verließen.

Die Unterführung für Fußgänger und Radfahrer soll als zweite Maßnahme bis 2024 in Betrieb gehen. Komplett wegfallen wird der Bahnübergang dann laut Planung mit der letzten Maßnahme: der Straßenunterführung. „Um die Planungs-, Genehmigungs- und Bauprozesse zu verkürzen, haben wir eine Task Force gegründet“, sagte Vornhusen. Schneller gehen soll es nach Worten von Oesterling auch deshalb, „weil es gelungen ist, die Unterführung des Fuß- und Radwegs sowie die Unterführung der Straße aus dem Gesamtverfahren herauszuziehen“.

Doch wie realistisch sind diese Pläne? Vornhusen klang selbst skeptisch: Am Ende der Veranstaltung, der Kreis der Zuhörer hatte sich schon merklich gelichtet, ließ er das durchblicken. Während er sagte, bei Stufe 1 und 2 „verhalten optimistisch“ zu sein, nannte er Stufe 3 „sportlich“ und fügte etwas nebulös hinzu: „Da werden wir wohl Erfahrungen sammeln.“

Was er damit meinen könnte, hatte zuvor schon Oesterling angeführt. Bevor die Autounterführung gebaut werden könne, müsse die Stadt einige Hindernisse aus dem Weg räumen: Es gebe „Eingriffe in das Grundwasser und Grundstücke“, sagte er. Außerdem seien auf der Nordseite Beeinträchtigungen für Bewohner zu erwarten. Man könne nicht prognostizieren, „wie lange das dauert und ob das ohne Klagen abgeht“.

Überhaupt wussten die Experten nicht auf alle Fragen der Bürger eine Antwort. Vor allem nicht darauf, was konkret gegen das tägliche Chaos an der Kreuzung getan werde. Tobias Fechler von der Nieder CDU berichtete von einer „Monsterstunde“ am Nachmittag, in der die Schranken 51 von 60 Minuten geschlossen blieben, und Anwohner klagten über Aggressionen und Hupkonzerte.

Vorsichtig reagierte Heike Stoner von der Bürgerinitiative „Nied – die Schranke muss weg“ auf die Ankündigung. Zwar habe sie leise Hoffnung gefasst und würde sich freuen, wenn der Bau wie geplant umgesetzt werde. „Aber ich glaube das erst, wenn der erste Spatenstich getan ist.“

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