1. Startseite
  2. Frankfurt

Ultrafeinstaub vom Flughafen belastet Schwanheim

Erstellt:

Kommentare

Im Inneren der Schwanheimer Messstation. Maik Reuß
Im Inneren der Schwanheimer Messstation. Maik Reuß © Maik Reuß

Feinstaub auch am Riedberg nachweisbar. Eine Initiative fordert eine unabhängige Studie

Es ist möglich, dass Sie radioaktive Strahlung abbekommen“, warnt der Meteorologe, Florian Ditas alle, die sich die Messstation in Schwanheim anschauen wollen. Er erklärt, dass zuerst die Luft in die Metalltöpfe eingesaugt und die Feuchtigkeit reduziert wird und am Ende die Partikel mit Hilfe eines elektrischen Feldes gezählt werden können. Genau dafür wird die Radioaktivität benötigt. Gemessen werden unter anderem Stickstoffdioxid, Ozon, Feinstaub (PM 10 und PM 2,5) und Ultrafeinstaub (UFP). Die Bürgerinitiative Schwanheim hatte zu einer Infoveranstaltung zum Thema UFP vom Frankfurter Flughafen eingeladen. Dieser UFP steht im Verdacht, besonders gesundheitsschädlich zu sein. Er ist kleiner als 100 Nanometer und gelangt schnell ins Blut.

Die Leiterin des Dezernats Luftreinigung, Diana Rose, stellte dazu die aktuelle Situation zur Luftverschmutzung durch den Flughafenbetrieb mit UFP vor. „Der normale Wert liegt in einer Stadt wie Frankfurt bei 6000 Partikel pro Quadratzentimeter. In Schwanheim sind es tagsüber bei Flughafenbetrieb über 20 000.“ Aber die sind mit bloßem Auge nicht zu erkennen. Besonders hoch sind die Messwerte, wenn der Wind aus Süd-Süd-West kommt. Dann sei auch in der ganzen Linie von Schwanheim bis zum Riedberg die Luftverschmutzung mit abnehmendem Grad messbar, sagt Rose. Bisher gibt es noch keine Studien zu UFP. Die erste Belastungsstudie läuft erst jetzt an. Ergebnisse werden frühstens in vier Jahren erwartet. Die darauffolgende medizinische Wirkungsstudie wird noch mehr Zeit in Anspruch nehmen.

Die Bürgerinitiative fordert deshalb, dass die Studien ohne Einfluss der Fraport durchgeführt werden, die Ergebnisse in einer internationalen Fachzeitschrift veröffentlicht werden und es keine Vorabveröffentlichungen gibt. Das wichtigste sei ein korrektes Studiendesign, damit die Gesundheitsschädlichkeit von UFP herausgefunden werden könne, sagt Stefan Hensler von der Bürgerinitiative. Bisher weiß niemand, wie gefährlich UFP wirklich ist.

Auch interessant

Kommentare