Schadstoffe

Ultrafeinstaub erforschen in Frankfurt

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Die Stadt Frankfurt betreibt zwei Messstationen, um den Zusammenhang zwischen Flugverkehr und dem Aufkommen der Kleinstpartikel zu untersuchen.

Der Alte Friedhof in Oberrad ist ein Hotspot für Messungen geworden: Zum einen steht dort, unter der An- und Abflugroute zum Frankfurter Flughafen, eine Messstation, die den Fluglärm aufzeichnet. Eine weitere Station misst seit März die Ultrafeinstaubwerte: Ultrafeinstaub könnte für Herz-Kreislauf-Erkrankungen verantwortlich sein. Am Montag wurde die Station von Vertretern der Stadt und des Hessischen Landesamtes für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) offiziell in Betrieb genommen.

Es gehe darum, einen Kreislauf zu durchbrechen, erläuterten HLNUG-Pressesprecher Helmut Weinberger und Philipp Wolfrum vom städtischen Umweltamt. Es gibt weder Grenzwerte noch Studien, die belegen, dass Ultrafeinstaub die Gesundheit gefährdet. Dennoch hat das Landesamt vor einigen Jahren mit Messungen rund um den Frankfurter Flughafen begonnen. Eigentlich seien Messungen nicht üblich, solange es keine Grenzwerte gebe.

Winzige Partikel

„Zum Wohl der Bürgerinnen und Bürger“ werde man nun den sehr kleinen Partikeln auf den Grund gehen, sagte Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) am Montag. Es gehe darum, die Gesundheit der Anwohner besser zu schützen. Der Leiter des Umweltamtes, Peter Dommermuth, bekräftigte, wie wichtig eine gute Kooperation mit dem HLNUG als „professionellem Partner“ sei. Der Präsident des Landesamtes, Thomas Schmid, begrüßte es, die Untersuchungen der Immissionsbelastungen durch ultrafeine Partikel im Umfeld des Frankfurter Flughafens ausweiten zu können.

Ursula Fechter, die Leiterin der Stabsstelle für Fluglärmschutz, möchte herausfinden, ob sich die gesundheitlichen Schäden durch Fluglärm und Ultrafeinstaub gegenseitig verstärken. Fechter nimmt für sich in Anspruch, die Ultrafeinstaub-Debatte in Gang gebracht zu haben. Die beiden städtischen Messstationen im Wert von zusammen 100 000 Euro seien von der Stabsstelle finanziert worden.

Die zweite Messstation steht an der Martin-Buber-Schule in Sachsenhausen. Sie wurde umgebaut, um den Takt der Messungen von einer Minute auf eine Sekunde zu erhöhen. So könne man erkennen, ob es eine Beziehung zwischen Fluggeschehen und der Menge der Ultrafeinstaubpartikel gebe.

Diese Partikel entstehen durch den Verbrennungsprozess der Flugzeug-Turbinen. Mit weniger als 100 Nanometern sind sie so klein, dass man sie auch unter dem Mikroskop nicht sehen kann, und können über die Lunge in die Blutbahn gelangen.

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