1. Startseite
  2. Frankfurt

Ukraine-Krieg: Austausch über Hilfsangebote im Kongresszentrum

Erstellt:

Von: Timur Tinç

Kommentare

Organisieren das Event mit: Viviane Petri, Luisa Mohs, Myriam Mansour, Roksolana Rakhletska, Anastasiia Hetman, Polina und Nikolai Lehmann. Monika müller
Organisieren das Event mit: Viviane Petri, Luisa Mohs, Myriam Mansour, Roksolana Rakhletska, Anastasiia Hetman, Polina und Nikolai Lehmann. Monika müller © Monika Müller

Das Event „Leuchtturm Ukraine“ am Sonntag in der Messe soll Vereine, Organisationen und Geflüchtete zusammenbringen

Es war eine spontane Entscheidung. Vor knapp einem Monat waren Mitglieder des wenige Wochen alten Vereins United for Ukraine nach Berlin gefahren, um an einer großen Solidaritätsveranstaltung teilzunehmen. „Das war unglaublich inspirierend“, sagt Polina Lehmann. Es ging darum, Vereine, Nichtregierungsorganisationen, Initiativen und Geflüchtete an einem Ort zusammenzubringen. 8500 Menschen kamen. Zum einen, um sich kennenzulernen und zu wissen, was es überhaupt für Angebote und Hilfsaktionen gibt. Zum anderen aber auch, um konkrete Hilfen anbieten zu können. „Wir fanden, das brauchen wir auch in Frankfurt“, sagt Lehmann, die sich bei United for Ukraine engagiert.

Zusammen mit der gemeinnützigen GmbH Bildungsprofis und dem Verein Europe cares wird am Sonntag von 11 bis 18 Uhr das Event „Leuchtturm Ukraine“ im Kongresszentrum der Messe Frankfurt organisiert. Neben vielen Ständen wird es auch verschiedene Diskussionsrunden geben, zu denen unter anderem Mykola Gnatovskyy, Richter am Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte eingeladen ist. Es wird Musik sowie einen Auftritt von Kindern der Samstagsschule vom Ukrainischen Verein Frankfurt anlässlich des Muttertags geben. „Wir werden uns auch um die Kinderbetreuung kümmern“, sagt Roksolana Rakhletska, die Schulleiterin der Samstagsschule.

Der Verein United for Ukraine wurde am dritten Tag des russischen Angriffskrieges in der Ukraine aus der ukrainischen Community heraus gegründet. Registriert ist er in der Schweiz, „weil es da schneller geht“, berichtet Lehmann. „Wir wollten gleich als Partner agieren.“ Der Verein soll aber auch bald in Frankfurt registriert werden. Seit dem vierten Tag des Krieges gibt es eine Website, wo Anwälte aus ganz Europa den Geflüchteten ihre Hilfe anbieten. „Wir haben eine Kooperation mit Airbnb, damit Geflüchtete zumindest temporär eine Wohnung haben“, erzählt Myriam Mansour. Außerdem gibt es die Möglichkeit eines sogenannten Krisenchats, um Sorgen mit Psychologinnen und Psychologen zu besprechen.

Der Verein Europe cares kümmert sich um „die Spenden und (hilft) beim Mietvertrag mit der Messe“, berichtet Co-Direktor Lennard Everwien. Außerdem hilft der Verein, der sich um geflüchtete Menschen an den europäischen Außengrenzen kümmert, mit seinem Netzwerk. Außerdem werden viele der freiwilligen Helferinnen und Helfer – gerne werden auch weitere Unterstützer:innen begrüßt – vom Verein gestellt. Um die Finanzierung für das Event am Sonntag haben sich in erster Linie die Bildungsprofis gekümmert. „Wir haben das meiste über unser privates Netzwerk gemacht“, erzählt Viviane Petri, stellvertretende Geschäftsführerin. Luisa Mohs ergänzt, dass viele Sachspenden, wie Holzspielzeug für die Kinderecke, eine große Windelspende, aber auch Geschenke zum Muttertag gesammelt werden konnten. Die Bildungsprofis werden an ihrem Stand aufzeigen, welche Möglichkeiten es für die Ukrainerinnen in der Gesundheits- und Pflegebranche gibt. „Wir werden demnächst Integrationskurse anbieten“, sagt Petri.

Eingeladen sind alle Ukrainer:innen sowie Menschen, die sich engagieren wollen. Wie viele erwartet werden, kann Polina Lehmann nicht sagen. „Wir sind in einem dynamischen Prozess“, sagt sie. Es war ja auch alles eine spontane Idee.

Auch interessant

Kommentare