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Überlebender des Frankfurter KZ Katzbach gestorben

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Von: Kathrin Rosendorff

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Zygmunt Swistak wurde 97 Jahre alt. Er starb in seiner australischen Wahlheimat.

Zygmunt Swistak war einer der letzten Überlebenden des KZ Katzbach in den Frankfurter Adlerwerken. Wie die Stadt am Donnerstag mitteilte, ist Swistak bereits am 15. August in seiner Wahlheimat Australien gestorben. Am 5. September wäre er 98 Jahre alt geworden.

Zygmunt Swistak wurde 1924 in Dzialdowo nahe der deutsch-polnischen Grenze geboren. Beim Einmarsch der Wehrmacht in Polen war er 15 Jahre alt. Er schloss sich der Armia Krajowa, der polnischen Heimatarmee, an. Im Warschauer Aufstand wurde Swistak 1944 festgenommen. Im Durchgangslager Pruszków traf er seinen Vater und seinen Bruder wieder. Gemeinsam wurden sie ins Deutsche Reich verschleppt. Im KZ Katzbach wurde sein Bruder von der SS erschlagen. Kurz darauf wurde sein Vater erschossen. Auch sein Freund überlebte das KZ Katzbach nicht. Er selbst wurde nach einem Arbeitsunfall in das KZ Vaihingen gebracht, ein Sterbelager. Trotzdem hat Swistak überlebt. Mit den letzten Häftlingen wurde er teilweise zu Fuß und teilweise in Viehwaggons ins KZ Dachau gebracht. Dort befreiten ihn im April 1945 US-amerikanische Soldaten.

Zygmunt Swistak: „Ich war eines der Skelette, die herumliefen. Auf meinen Knochen war nichts, nicht einmal Haut. Physisch haben die Ärzte mich repariert. Aber seelisch musste ich das selbst tun. Ich habe meine Gesundheit durch das Malen gerettet.“ In Melbourne studierte er am Institute of Technology und gründete eine Familie.

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