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Inhaberin Andrea Müller ist stolz auf ihren frisch renovierten Laden.
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Inhaberin Andrea Müller ist stolz auf ihren frisch renovierten Laden.

Innenstadt

Überleben auf der "kleinen Zeil"

  • Johannes Vetter
    VonJohannes Vetter
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Das Traditionsgeschäft „Waffen Dotzert“ wurde modernisiert, bleibt sich aber immer noch treu. Bereits im Jahre 1879 hatte Johann Heinrich Dotzert das Fachgeschäft gegründet.

Handel ist Wandel, heißt es sprichwörtlich. Für große Ketten mag das sowieso gelten, aber auch inhabergeführte Traditionsgeschäfte müssen sich immer wieder erneuern. Andrea Müller hat das beherzigt: Sie hat ihrem Traditionsladen „Waffen Dotzert“ an der Töngesgasse 21 eine Grunderneuerung verpasst. Sie ist zuversichtlich und glaubt an eine Zukunft inhabergeführter Geschäfte. „Wäre doch schade, wenn sich alles so wie auf der Zeil entwickeln würde“, findet sie.

Ein neu gestaltetes Schaufenster, eine neue Lichtanlage mit Leuchtdioden, neue Möbel in dunklem Holz. Ein Vierteljahrhundert nach der letzten Erneuerung, sei es einfach wieder an der Zeit gewesen, sagte die 48-Jährige zur Wiedereröffnung ihres Geschäfts am gestrigen Donnerstag.

Zweieinhalb Wochen hatten Handwerker das Fachgeschäft für Waffen, Messer und Scheren, zuvor renoviert. Eine „große Investition“, äußert sich Müller vage zu den Kosten. Die Zeiten seien schwieriger geworden. Öfter als früher würden Kunden heute nach einem Beratungsgespräch sagen: „Da muss ich erst noch mal schauen“. Manchmal kämen sie dann wieder und kauften etwas, berichtet Müller, manchmal nicht. Flexibilität sei heute gefragt, sagt die Inhaberin in vierter Generation. Einer Kundin verkaufe sie auf Wunsch Hundefutter, für eine andere habe sie eine Geburtsplatte, einen Teller mit Daten zur Geburt eines Kindes, graviert. Oft höre sie von ihren Kunden Satze wie: „Ach schön, dass es euch noch gibt.“

Im Jahre 1879 hatte Johann Heinrich Dotzert das Fachgeschäft gegründet; Müller arbeitet seit den späten 1980ern im Waffen Dotzert. Seit den 1950er Jahren befindet es sich in der Töngesgasse, auch „kleine Zeil“ genannt. Dort finden sich noch viele inhabergeführte Traditionsläden: Der Augenoptiker Hensler zum Beispiel, der Lederwarenladen Gabler oder das Geschäft für Näh- und Schneidereibedarf Wächtershäuser. Organisiert haben sie sich in der Interessengemeinschaft Töngesgasse. Für Vielfalt stünde die Töngesgasse mit ihren Geschäften, sagt Müller. Sie hofft, dass sich ihre Straße nicht „in Richtung Zeil“ entwickle, wo die Kunden dann die gleichen Dinge wie in Stuttgart oder München bekämen.

Vielfältig ist das Angebot Müllers tatsächlich: Nagelscheren, Armbrüste, Samuraischwerter, Luftgewehre, Pfeffermühlen, Käseschneider, Kartoffelschäler und Softair-Maschinengewehre hat sie im Sortiment. Ums „Schießen und Schneiden“ ginge es in ihrem Laden, sagt sie. Scharf schießen kann mit ihren Waffen allerdings niemand. Schon seit den 90er Jahren verkaufe sie keine Lizenz-Waffen mehr. Die Auflagen seien damals strenger geworden, sodass sie davon Abstand nahm.

Waffen Dotzert ist montags bis freitags von 9.30 bis 13.30 Uhr sowie von 14.30 bis 18.30 Uhr und samstags von 9.30 bis 16 Uhr geöffnet.

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