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Überfälliger Schritt

  • Oliver Teutsch
    vonOliver Teutsch
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Niemand rechnet damit, dass ein Oberstaatsanwalt, der wegen Korruption ermittelt, selbst korrupt sein könnte.

Der tiefe Fall des Alexander B. ist ein herber Schlag für die hessische Justiz. Niemand rechnet damit, dass ein Oberstaatsanwalt, der wegen Korruption ermittelt, selbst korrupt sein könnte. So was galt im deutschen Rechtssystem bislang als undenkbar.

Uneingeschränktes Vertrauen in hochrangige Justizbeamte ist unabdingbar. Doch das Vorgehen des nun geschassten Ermittlers, mit einer Flut von Gutachten zu arbeiten und diese an externe Firmen zu vergeben, war ungewöhnlich und auffällig. Da hätte in 15 Jahren schon mal jemand hinschauen und fragen können, was der Mann da treibt. Warum wurden so viele sündhaft teure Gutachten bestellt, aber in den wenigsten Fällen überhaupt prozessiert? Warum hat der Mann so viele Gutachten an immer dieselben Firmen vergeben, wenn doch andere Staatsanwälte mit deren Arbeit nicht zufrieden waren?

Angesichts der Tatsache, dass bei der Generalstaatsanwaltschaft trotz Gutachten in Millionenhöhe nicht mal das Vieraugenprinzip galt, werden viele Unternehmer in der freien Wirtschaft nur den Kopf schütteln. Die jetzt getroffenen Entscheidungen sind daher ein längst überfälliger Schritt.

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