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Matt Mullicans Sichtweise der Pariser Oper aus dem Jahr 1986.

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Kunst im Opernturm

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Im Opernturm stellte die Bank UBS in der Reihe "Kunst privat" ihre Kunstsammlung vor, die mit über 35 000 Werken zu den weltweit umfangreichsten zählt.

Ein Hauch von Andächtigkeit liegt in der Luft, bevor die Führung unter den breiten Säulen des Foyers der UBS-Bank beginnt. Die Besucher sprechen hier mit gedämpften Stimmen, denn schon das kleinste Geräusch schallt durch die 18 Meter hohe Eingangshalle des Opernturms wie durch das Hauptschiff einer Kathedrale.

Rund 20 Besucher sind am Samstagnachmittag zur Bockenheimer Landstraße 2-4 gekommen, um eine der seltenen öffentlichen Führungen durch die Kunstsammlung des schweizerischen Geldinstituts zu erhalten.

Ermöglicht wurde die Besichtigung durch die vom Hessischen Wirtschaftsministerium getragene Veranstaltungsreihe „Kunst privat“. Mit ihrer 35.000 Werke umfassenden Sammlung war die UBS-Bank seit Beginn der Reihe im Jahr 2005 dabei.

Im zehnten Jahr seit Bestehen der Initiative haben am Samstag und Sonntag hessenweit 34 Unternehmen, davon zwölf aus Frankfurt, ihre privaten Sammlungen öffentlich vorgestellt. Rund 4000 Anmeldungen gab es nach Angaben der Veranstalter für die internen Führungen durch Unternehmensausstellungen.

Noch bevor die Kunsthistorikerin Ines Isabelle Stamm die Sammlung im 38./39. Stockwerk des Turms präsentieren konnte, wurde bereits im Foyer deutlich, wie symbiotisch die ausgestellte Kunst im UBS-Gebäude mit der Architektur des Hauses in Verbindung tritt. Diesen Eindruck erweckte etwa das zwölf Meter hohe Gemälde im Eingangsbereich, ein Werk des New Yorker Künstlers Julian Schnabel, das schon von der Straße aus durch die Fensterfront sichtbar ist. Repräsentativ für die Marmorarchitektur zeigt die Schiffssegelstaffelei eine abstrakte Interpretation des weißen Wals aus dem Herman-Melville-Roman „Moby Dick“.

Einen Einblick in die UBS Art Collection erhielten die interessierten Besucher, darunter auch Kunstschaffende und Studierende, in der Skyline-Lounge. Der mit einer geschwungenen Treppe ausgestattete Raum verbindet das 38. und 39. Stockwerk und trägt in seiner Inneneinrichtung wie auch in der Gebäudearchitektur die Handschrift des Frankfurter Architekturprofessors Christoph Mäckler. Passend zum puristischen Innendesign wirken die Gemälde der Sonderausstellung auf den zwei Ebenen der Lounge. Mit den 1980er Jahren als übergeordnetes Thema der Sammlung, sind großformatige Werke ausgestellt, etwa von Donald Sultan. Sein Gemälde „Forest Fire“ zeigt passend zum schwarz-braunen Mobiliar eine Melange aus Gips, Teer und Vinyl auf Holz-Untergrund.

Eine von Jean Christophe Ammann kuratierte Auswahl der UBS-Kunstsammlung mit Fotografien, Zeichnungen, Druckgrafik und Gemälden der vergangenen 50 Jahre ist in den Sitzungsräumen des 39. Stockwerks ausgestellt, darunter Werke von Udo Koch, Bernd Ribbeck und Martin Zeller. Der Kurator und renommierte Kunsthistoriker Ammann, in Frankfurt bekannt durch seine Arbeit im MMK und an der Städelschule, ist Mitglied des UBS-Kuratoriums mit Sitz in London. Alle zwei Jahre zeigt das Kuratorium eine neue Auswahl aus dem Kunstbestand des Geldinstituts.

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