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Die U-Bahn sollte unter dem Theodor-W.-Adorno-Platz am Hörsaalzentrum halten, schlägt die Frankfurter CDU vor.

Verkehr 

U-Bahn zur Frankfurter Goethe-Universität

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Hochschulpräsidentin Birgitta Wolff fordert eine bessere Anbindung des Westend-Campus an den Nahverkehr. Die Frankfurter CDU schlägt eine neue Trasse vor.

Die Frankfurter Goethe-Universität fordert die Stadt dazu auf, den Campus Westend besser an den öffentlichen Nahverkehr anzubinden. „Wir brauchen einen U-Bahn-Anschluss direkt am Campus“, sagte Hochschulpräsidentin Birgitta Wolff.

Bis 2030 zögen zahlreiche Institute auf den Campus Westend. Dazu zählten die Sprach- und Kulturwissenschaften, das Sozialzentrum mit Bafög- und Wohnheimabteilung, die Unibibliothek mit Lernzentrum, das Forschungsinstitut Center for Humanities, das Studierendenhaus sowie das Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation (DIPF) und das Hessische Zentrum für Friedens- und Konfliktforschung.

Weil der Campus so stark wachse, sei ein eigener U-Bahn-Anschluss nötig. Derzeit hielten sich täglich 30 000 Menschen auf dem Campus Westend auf. Nach dem Zuzug der Institute bis 2030 seien es 12 000 Menschen mehr. Dafür reichten die U-Bahn-Station Holzhausenstraße und die Buslinien nicht aus.

1968 erbaut, sei die Station Holzhausenstraße für 5000 Fahrgäste am Tag ausgelegt. Dort stiegen aber mittlerweile fünf Mal so viele Menschen ein und aus, sagte der Frankfurter Mobilitätsforscher Martin Lanzendorf. Die Treppenabgänge seien nur 1,20 Meter breit, der Bahnsteig mit 2,30 Metern viel zu schmal. Gefährlich werde es, wenn Bahnen kämen und Fahrgäste drängelten. Er forderte die Stadt auf, die Station zu erneuern. „Wir sind alle froh, dass dort noch nichts Schlimmeres passiert ist.“

Gefährlich sei auch der Weg von der Station zum Campus Westend. Zwar sei ein Teil der Hansaallee rot gefärbt. Einen Zebrastreifen gebe es aber nicht. Lanzendorf forderte ein „Gesamtkonzept“, das baulich getrennte Radwege rund um den Campus Westend vorsehe.

„Der Campus Westend ist ein Bildungsknoten“, sagte die CDU-Bundestagsabgeordnete Bettina Wiesmann, die sich der Forderung nach einem U-Bahn-Anschluss anschloss. Sie nannte das Theodor-W.-Adorno-Gymnasium und die Grundschule, die auf dem Campusgelände entstünden. Auch sei eine bessere verkehrliche Vernetzung der Hochschulen entlang der Campusmeile nötig. Zur Campus-Meile am Alleenring zählen die University of Applied Sciences, die Privathochschule Frankfurt School of Finance & Management und die Deutsche Nationalbibliothek.

Vertreter des Allgemeinen Studierendenausschusses (AStA) und des Hochschulrats unterstützten die Forderung nach dem U-Bahn-Anschluss ebenfalls. Für die Frankfurter CDU forderte Frank Nagel, der Vorsitzende des parteiinternen Fachausschusses Verkehr, die Stadt solle eine U-Bahn-Station „Campus Westend“ unter dem zentralen Theodor-W.-Adorno-Platz errichten solle. „Das ist eine einmalige Chance, den Campus vollständig zu erschließen“, sagte er. Damit baut er auf Plänen der Stadt auf.

Die Stadt hat vor, die U-Bahn-Linie U4 von der Bockenheimer Warte nach Ginnheim zu verlängern. Derzeit werden die drei Trassenvarianten Frauenfriedenskirche, Europaturm und Ginnheimer Kurve geprüft. Nagel schlug eine vierte Variante „Ausschleifung Europaturm“ vor, die sich an der Trasse Europaturm orientiert und gleichzeitig den Campus Westend zentral anbindet. Weil der Tunnel etwa einen Kilometer länger sei, sei mit 100 Millionen Euro Mehrkosten zu rechen. Nagel rechnet damit, dass Bund und Land bis zu 80 Prozent der Kosten tragen würden.

Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) nannte auf Anfrage Details aus der aktuellen und unveröffentlichten Trassenuntersuchung. So koste die Variante Europaturm 160 bis 170 Millionen Euro, die Variante Ginnheimer Kurve 220 bis 230 Millionen Euro. Die Variante Frauenfriedenskirche sei wegen des höheren Tunnelanteils noch teurer. „Sie wird in den Planungen keine Rolle mehr spielen“. Ob sich der Campus Westend zentral anbinden lasse, bezweifelte Oesterling „aus bautechnischen Gründen“. Bis Sommer soll die Magistratsvorlage veröffentlicht sein.

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