+
Auch die U-Bahnlinie 2 in Frankfurt ist von den Bauarbeiten im Sommer betroffen (Archivbild).

Nahverkehr in Frankfurt

Frankfurter U-Bahnstrecken im Sommer gesperrt

  • schließen

In den Sommerferien werden in Frankfurt fünf U-Bahnlinien aufgrund von Bauarbeiten ausfallen.

Fahrgäste im Frankfurter Nahverkehr müssen sich im Sommer auf eine Großsperrung einstellen - diesmal nicht bei der S-Bahn, sondern der U-Bahn, auf der meistbefahrenen Strecke der Stadt. Die Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) sperrt die sogenannte A-Strecke zwischen dem Südbahnhof in Sachsenhausen und der Heddernheimer Landstraße in Heddernheim von 1. Juli bis 12. August. Das betrifft alle U-Bahn-Linien in den Frankfurter Norden (U1, U2, U3, U8, U9).

Als Grund werden diverse Arbeiten genannt: So würden Weichen und Gleise ausgetauscht, Kabel für Funk eingebaut, Oberleitungen instand gesetzt und Überwege an Stationen erneuert. Die Gesamtkosten gibt die VGF mit 20 Millionen Euro an. Als Ersatz fahren Busse.

Die A-Strecke ist mit bis zu 125 000 Fahrgästen am Tag die meistbefahrene U-Bahn-Verbindung in der Stadt. Die Baumaßnahme erinnert an die mehrfache Sperrung des Frankfurter S-Bahn-Tunnels durch die Deutsche Bahn, zuletzt im Sommer 2018. „Es kommt knüppeldick für die Fahrgäste“, sagte der Frankfurter Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD). Oesterling ist Vorsitzender des VGF-Aufsichtsrats und verantwortet die Tunnelsperrung politisch.

Anders als in den Vorjahren versuche die VGF diesmal, Arbeiten an der Strecke binnen sechs Wochen zu erledigen und nicht in zahlreiche Maßnahmen mit kürzeren Sperrungen zu unterteilen, sagte er. Das sei eine veränderte Baustellenphilosophie. „Unsere Hoffnung ist, alles auf einmal zu erledigen, und dann in den nächsten Jahren keine geplanten Bauarbeiten mehr auf der A-Strecke zu haben.“

Für Fahrgäste gibt es keine Möglichkeit, alternativ in andere U-Bahnen umzusteigen - die A-Strecke ist die einzige Nord-Süd-Verbindung mit der U-Bahn durch die Stadt. Als Ersatz lässt die VGF Gelenkbusse fahren - allerdings nicht auf demselben Linienweg. So starteten die Gelenkbusse im 5-Minuten-Takt an der Station Konstablerwache und nicht an der Station Hauptwache oder dem Südbahnhof.

Zwischen Südbahnhof und Konstablerwache müssten die Fahrgäste auf die vorhandenen Straßenbahnen und S-Bahnen umsteigen, teilte die VGF mit. An der Hauptwache wiederum könnten die Gelenkbusse nicht halten, weil die Statik der Station nicht dafür ausgelegt sei, führte Oesterling aus. So würden die Gelenkbusse von der Heddernheimer Landstraße über die Eschersheimer Landstraße, Bleichstraße, Seilerstraße, Lange Straße, Allerheiligenstraße fahren und die Fahrgäste am Segmüller-Kaufhaus aussteigen lassen. Diese Fahrt dauere 33 Minuten mit dem Bus - die Fahrt mit der U-Bahn dauert derzeit 18 Minuten.

Die Rückfahrt von der Konstablerwache zur Heddernheimer Landstraße führt von der Kurt-Schumacher-Straße über den Anlagenring und die Eschersheimer Landstraße und dauere 35 Minuten, also ungefähr doppelt so lange wie die Bahnfahrt derzeit. Die Fahrzeiten seien „realistisch eingeschätzt“, hieß es bei der VGF. Die Fahrzeitverlängerungen durch Stau im dichten Stadtverkehr seien mit berücksichtigt. Im Norden fahren Ersatzbusse zwischen Riedwiese und Heddernheim. Wie bei der Tunnelsperrung der Bahn seien bei der VGF-Sperrung im Sommer keine Vergünstigungen für Fahrgäste vorgesehen, sagte Oesterling. Allerdings lasse er prüfen, ob Gratisfahrten mit Leihrädern möglich seien.

Eine weitere Sperrung betrifft den Frankfurter Osten. Die U-Bahn-Linien U4 und U7 fahren von 29. Juni bis 22. Juli nicht zwischen Seckbacher Landstraße beziehungsweise Schäfflestraße und Enkheim. Grund sind Vorarbeiten für den Bau des Riederwaldtunnels. Auch dort fahren ersatzweise Busse.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare