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Beständig: Schüler demonstrieren für andere Klimapolitik

Schüler-Protest in Frankfurt

Schule schwänzen für den Klimaschutz

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In Frankfurt kommt es zu einem Schüler-Protest. Die Schüler setzen sich für eine gerechte Klimapolitik der Bundesregierung ein.

Die Parole der Schüler schallt über den Willy-Brandt-Platz: „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut.“ Rund 80 Jugendliche sind an diesem Freitag trotz andauernden Regens zu einem Protestzug durch die Frankfurter Innenstadt gekommen.

Sie setzen sich für eine gerechte Klimapolitik der Bundesregierung ein. Mit dem Schülerstreik wollen sie mehr Aufmerksamkeit auf das Thema lenken. Bereits vor einer Woche fanden bundesweit spontane Demonstrationen für den Klimaschutz statt. Die Teilnehmer forderten ein festes Datum für den Kohleausstieg und eine zukunftsorientierte Energiepolitik Deutschlands.

An diesem Freitag verzögert sich der für 11 Uhr geplante Start um eine halbe Stunde, weil eine Gruppe aus Darmstadt Probleme bei der Anreise hat. Die Wartezeit vertreiben sich die Jugendlichen am Verpflegungsstand. Es gibt Brötchen mit Erdbeermarmelade und Aufstrich, dazu Schokoküsse und Lebkuchenherzchen. Das Frühstück für junge Aktivisten.

„Der Klimawandel wartet nicht“, sagt Nora. Die 15-Jährige aus Dietzenbach ist mit Mitschülern der Frankfurter Waldorfschule zur Demo gekommen. „In Deutschland merken wir die Folgen des Klimawandels noch nicht. Hier gibt es bislang noch keine Überschwemmungen, Dürre oder Ähnliches“, sagt sie.

Ihre Freundin Lilian (16) möchte an ihrer Schule gerne eine Arbeitsgemeinschaft gründen, die sich dafür einsetzt, dass bei Schulveranstaltungen weniger Plastikbesteck benutzt wird. „Wofür lernen wir, wenn es in Zukunft keinen Planeten mehr gibt?“, fragt sie.

„Unser Planet ist unser Zuhause, unser einziges Zuhause“, steht auf dem Transparent von Hannah (20), Emilie (17) und Sophie (18). Sie wurden über eine Whatsapp-Gruppe auf den Streik aufmerksam. 136 Mitglieder hat die Gruppe bereits. Unter dem Hashtag #FridaysforFuture vernetzt sich die Frankfurter Gruppe in den sozialen Medien mit anderen Jugendlichen auf nationaler und internationaler Ebene

Die jungen Aktivisten folgen dem Vorbild von Greta Thunberg. Die 15-jährige Schwedin ist zu einer Internetberühmtheit geworden, nachdem sie am 20. August ein Video auf dem Kurznachrichtendienst Twitter veröffentlichte, auf dem sie vor dem Parlament gegen die schwedische Klimapolitik protestierte. Seitdem schwänzt sie jeden Freitag die Schule, um die Aktion zu wiederholen. In Frankfurt soll der Streik am 18. Januar fortgeführt werden.

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