+
Eigentlich bekannt für seine 3D-Objekte: das Explora.

Nach rassistischen Tweets

Explora-Museum schließt

  • schließen
  • Götz Nawroth-Rapp
    Götz Nawroth-Rapp
    schließen

Auf Twitter war Gerhard Stief im Januar mit rassistischen Äußerungen aufgefallen, auf Twitter verkündet der Museumsgründer nun auch das Aus für das Explora Science Center.

Das privat geführte Explora Science Center schließt Ende November seine Pforten in Frankfurt. Das Museum soll als Wanderausstellung im Ausland weitergeführt werden. Entsprechende Verträge seien unterzeichnet, teilt Museumsgründer Gerhard Stief auf Englisch bei Twitter mit. Die Exponate würden ab Dezember zunächst in den Niederlanden gezeigt, heißt es in Zeitungsberichten.

Dem „Journal Frankfurt“ sagte Stief, er trete nach 21 Jahren aus Altersgründen ab. Er sei nun 79 Jahre alt, und da seine beiden Kinder das wissenschaftliche Zentrum nicht übernehmen wollten, sei es Zeit, sich zu trennen. Er habe am Sonntag die Verträge unterschrieben, wonach rund 90 Prozent seiner Sammlung zusammen bleiben und in verschiedenen Ländern gezeigt werden solle. Stiefs zweites Museum in Bayern solle erhalten bleiben. Im Explora werden hauptsächlich dreidimensionale Bilder und optische Täuschungen ausgestellt. Auch physikalische Experimente können Kinder und Erwachsene dort erleben. Am 30. November soll das Explora zum letzten Mal im Nordend geöffnet werden.

Derbes Vokabular gegen Flüchtlinge

Museumsleiter Stief war im Januar mit rassistischen Äußerungen auf Twitter aufgefallen, die sich in derbem Vokabular gegen Flüchtlinge richteten. Er bezeichnete Flüchtlinge in hasserfüllten Tweets als „Gesockse“, das raus solle, und als „syrische Verbrecher“. Stadt und Land distanzierten sich daraufhin von dem rein privat finanzierten Museum, strichen etwa Links von ihren Websites und kündigten Kooperationen etwa bei der Hessencard auf. Das Stadtschulamt empfahl Schulen, das Museum nicht mehr aufzusuchen. Der damalige Kulturdezernent Felix Semmelroth bezeichnete die Tweets als „unerträglich und skandalös“. Etliche Kulturschaffende distanzierten sich. Das antirassistische Bündnis NoFragida rief zu einer Demonstration an dem Wissenschaftscenter am Glauburgplatz auf.

Am 30. November soll das Explora zum letzten Mal im Nordend geöffnet werden. Explora residierte 21 Jahre lang in einem Bunker am Glauburgplatz, jahrelang gab es Ärger, weil Stief auf Kinder des benachbarten Spielplatzes losgegangen sein soll. Im Museum können Besucher optische Täuschungen bewundern.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare