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Der Neubau des DTB.
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Der Neubau des DTB.

Deutscher Turner-Bund Frankfurt

Der Turner-Bund hat sich verrechnet

Der Neubau der Verwaltung des DTB an der Otto-Fleck-Schneise wurde deutlich teurer als geplant. Und angeblich hat der Bau immer noch schwere Mängel. Dazu gab es jüngst Gerüchte um eine drohende Insolvenz des zweitgrößten Sportverbandes der Republik.

Von Felix Helbig

Der Neubau der Verwaltung des DTB an der Otto-Fleck-Schneise wurde deutlich teurer als geplant. Und angeblich hat der Bau immer noch schwere Mängel. Dazu gab es jüngst Gerüchte um eine drohende Insolvenz des zweitgrößten Sportverbandes der Republik.

Der vor 17 Monaten eröffnete Neubau der Verbandszentrale an der Frankfurter Otto-Fleck-Schneise hat den Deutschen Turner-Bund (DTB) in erhebliche finanzielle Nöte gestürzt. Wie DTB-Generalsekretär Hans-Peter Wullenweber auf Anfrage bestätigte, sind bei dem Bau bislang Mehrkosten von sechs Millionen Euro entstanden. Zudem habe es bis vor kurzem eine Unterdeckung von weiteren 1,9 Millionen Euro gegeben, deretwegen bei der Erschließung des Geländes noch nicht alle Mängel hätten behoben werden können. Insgesamt sind die Kosten damit auf 35 Millionen Euro gestiegen.

Erhebliche Probleme bereiten dem DTB nach FR-Informationen vor allem die noch immer nicht abgestellten Mängel. Mehrere am Bau beteiligte Handwerksfirmen beklagen bis heute, für erbrachte Leistungen nicht bezahlt worden zu sein. Dabei geht es um Summen im mittleren fünfstelligen Bereich bis hin zum hohen sechsstelligen Bereich. Der mit der Außenerschließung beauftragte Unternehmer hatte seine Arbeiten deshalb nach eigenen Angaben insgesamt siebenmal vorübergehend und vor einem Jahr schließlich ganz eingestellt.

"Kleinere Nachwehen"

Er gab gegenüber der FR an, dass Erschließungsarbeiten wie die ordnungsgemäße Ableitung von Schmutzwasser deshalb noch immer nicht fertiggestellt seien, obwohl der DTB-Neubau mitten im Wasserschutzgebiet steht. Auch eine Druckerhöhungsanlage für die Hydranten rund um das Gebäude sei noch immer nicht installiert. Das würde bedeuten, dass im Falle eines Brandes die obere Etage des Gebäudes, in dem auch das Lindner-Hotel untergebracht ist, nicht zu löschen wäre, weil der dafür erforderliche Wasserdruck im Hydranten nicht ausreicht.

DTB-Generalsekretär Wullenweber nannte die zwischenzeitliche Insolvenz des Generalunternehmers als Hauptgrund für die erheblichen Mehrkosten und die Verzögerung des Baus, der eigentlich schon zum Deutschen Turnfest 2009 hatte eröffnet werden sollen. Zu den Details der Erschließungsmängel wollte er sich nicht äußern und sprach lediglich von „kleinen Nachwehen“, wie sie am Bau „üblich“ seien. „Es ist nichts Gravierendes, von Baumängeln kann ohnehin nicht gesprochen werden. Es gibt kein Problem“, so Wullenweber. Auch seien „alle beteiligten Firmen“ bezahlt. Erst auf Nachfrage räumte der Generalsekretär „Streitereien“ mit dem für die Erschließung zuständigen Unternehmer ein, die „noch nicht gelöst“ seien. Allerdings befinde sich der Verband, der nach dem Deutschen Fußball-Bund der zweitgrößte Sportfachverband der Republik ist, „keineswegs in akuter Finanznot“.

Pleite oder keine Pleite?

Das hatte sich beim Landesturntag des Hessischen Turnverbandes (HTV) vor wenigen Wochen ganz anders angehört. Weil der Planungsansatz beim Neubau des DTB „weit überschritten“ worden sei, hätten die Landesturnverbände Maßnahmen treffen müssen, „um die Insolvenz des Deutschen Turner-Bundes zunächst zu verhindern“, hatte HTV-Präsident Rolf-Dieter Beinhoff dort berichtet. „Ohne Einschränkungen des DTB-Angebots und eine Reduzierung des hauptamtlichen Personals“ würden die Belastungen aus der Baumaßnahme „in den nächsten Jahren nicht zu schultern“ sein, so Beinhoff, der sich auf dem Landesturntag nach 16 Jahren nicht hatte wiederwählen lassen. Der HTV hoffe auf eine für alle Seiten befriedigende Lösung – auch bei der Beseitigung „noch bestehender Baumängel“.

Wullenweber erklärte dazu, er könne die Aussagen Beinhoffs „nicht nachvollziehen“. Die Probleme bei der Außenerschließung könnten „mit ein oder zwei Behelfsmaßnahmen“ abgestellt werden, das sei mit dem Umweltamt abgesprochen. Beinhoff äußerte sich auf Nachfrage zurückhaltend, betonte aber, die „erheblichen Liquiditätsprobleme“ des DTB seien „vorerst“ gelöst: „Im Moment ist Ruhe an der Front.“

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