Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Kamil Kellecioglu (l., Türkisches Theater Frankfurt) und Michael Quast (Volksbühne) sind vom Theater begeistert.
+
Kamil Kellecioglu (l., Türkisches Theater Frankfurt) und Michael Quast (Volksbühne) sind vom Theater begeistert.

Theaterfestival

Türkisches Theaterfestival an der Frankfurter Volksbühne

  • Timur Tinç
    VonTimur Tinç
    schließen

Im Herzen der Stadt angekommen: Das Tiyatro Frankfurt organisiert das siebte türkische Festival in Frankfurt. Es steht im Zeichen eines großen Mystikers und Dichters.

Kamil Kellecioglu blickt sich glücklich vor dem Eingang der Fliegenden Volksbühne in Frankfurt um. „Hier hat es angefangen“, erinnert sich der 50-Jährige zurück. Die Volksbühne war neben dem Theater Rüsselsheim ein Schauplatz an dem das Tiyatro Frankfurt im Jahr 2014 sein erstes türkisches Theaterfestival organisiert hat. Wegen der Sanierung des Cantate-Saals, wo das Tiyatro Frankfurt mit seinen eigenen Stücken Gastrecht genoss, wurden die folgenden Festivals im Gallustheater und in Rüsselsheim veranstaltet. „Jetzt sind wir im Herzen Frankfurt angekommen“, freut sich Theaterleiter Kellecioglu vor der siebten Auflage seines Festivals. Denn alle sechs Stücke, die vom 1. bis 7. September aufgeführt werden, spielen im Cantate-Saal. Und das soll auch in Zukunft so sein.

„Der Ort mit der Nachbarschaft zum Goethehaus ist interessant und hat schon eine Bedeutung“, findet Michael Quast, Direktor der Volksbühne. Er sieht im Tiyatro Frankfurt, das 2003 von Kellecioglu gegründet wurde, noch großes Potenzial. „Die Kollegen machen zeitgenössisches Volkstheater mit aktuellen Bezügen, was mir besonders gefallen hat“, sagt Quast.

Das Ensemble von Kellecioglu wird beim Festival allerdings kein eigenes Stück aufführen, sondern mit der Organisation beschäftigt sein. Die Stücke kommen wie jedes Jahr aus der Türkei. Neben Gruppen der staatlichen und städtischen Theater aus Ankara und Istanbul, die schon öfter dabei waren, sind das städtische Theater aus Bursa und das staatliche Theater aus Diyarbakir erstmals dabei. Hinzu kommt eine freie Theatergruppe aus Istanbul. 110 Leute sowie zwei volle Lastwagen-Ladungen Dekoration und Kostüme werden in Frankfurt erwartet.

Das Festival

Das siebte türkische Theaterfestival findet vom 1. bis zum 7. September statt. Alle Stücke werden an der Volksbühne Frankfurt, Großer Hirschrgraben 15 aufgeführt. tim

Für den Besuch gilt die 3G-Regel. Man muss geimpft, genesen oder getestet sein. Weitere Informationen und Tickets gibt es unter: www.tiyatro-frankfurt.com

Das diesjährige Festival steht ganz im Zeichen des 60-jährigen Anwerbeabkommens mit der Türkei sowie dem 700. Todesjahr vom Dichter und Mystiker Yunus Emre. Untere diesem Gesichtspunkt sind die Stücke ausgewählt worden. „Yunus Emre hat gesagt: Lasst uns lieben. Lasst uns geliebt werden“, erzählt Kellecioglu. Gerade in Zeiten der Coronavirus-Pandemie sei die Menschenliebe besonders wichtig. „Das Theater soll unsere Sorgen, wenn auch nur für kurze Zeit, vergessen machen.“

Das Stück „Unser Yunus“ macht am 1. September den Auftakt. Die zweite Aufführung „Besucher“ ist die tragisch-komische Geschichte von Musa, der große Mühen auf sich nimmt, um nach Deutschland zu gelangen und am Ende doch wieder in die Türkei zurückzukehren. Künstliche Liebe, Madonna im Pelzmantel sind die anderen beiden Werke, die auf Türkisch mit deutschen Übertiteln zu sehen sind.

Einzig das Stück über den Poeten Orhan Veli ist ohne Übertitel, weil die Übersetzung zu kompliziert gewesen und zu viel Inhaltliches verloren gegangen wäre. Das Spiel „Rafadan tayfa“, was so viel wie weichgekochte Besatzung bedeutet, ist für Kinder und wird zwei Mal ausgeführt. Außerdem gibt es sieben Workshops, vier Podiumsdiskussionen und eine Fotoausstellung im Foyer der Volksbühne zum 60-jährigen Anwerbeabkommen.

Gleich vier Personen haben die Schirmherrschaft für das Festival übernommen: Ayse Asar, Staatssekretärin im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst, der türkische Generalkonsul Erdem Tuncer, Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann sowie die Stadtverordnetenvorsteherin Hilime Arslaner. „Dank der Förderung des hessischen Wissenschafts- und Kunstministeriums, des türkischen Kulturministeriums und des Amts für Auslandstürken YTB mussten wir diesmal nicht von Tür zu Tür laufen, um Sponsoren zu finden“, sagt Kellecioglu dankbar. Das Vertrauen will er damit zurückzahlen, dass er die Menschen aus unterschiedlichen Kulturen im Theater zusammen-bringt.

„Es ist schon eine andere Art Theater“, sagt Quast. Das temperamentvolle Spiel, dass die Kollegen pflegen, sei für deutsche Publikum total interessant. Er hofft, dass sich besonders viele Nicht-Türken die Stücke ansehen. Andersherum sollen die türkischen Besucherinnen und Besucher „zu unseren Stücken an die Volksbühne kommen“.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare