Justiz

Trotz Corona-Pandemie: Unternehmer Alexander Falk bleibt Frankfurt in Haft

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Das Landgericht Frankfurt sieht keinen Anlass für eine Verschonung des Stadtplan-Erben wegen Corona.

Der Hamburger Unternehmer Alexander Falk bleibt trotz Corona-Epidemie in Haft. Die Schwurgerichtskammer unter dem Vorsitz von Jörn Immerschmitt hat am Donnerstag einen Antrag von Falks Verteidigung, ihren Mandanten von der Haft zu verschonen, abgelehnt. In einer Zeit, in der sämtliche Staaten ihre Grenzen dichtmachten, sei eine Fluchtgefahr nicht mehr gegeben, hatten die Verteidiger argumentiert, zudem sähen sie auch keine Verdunklungsgefahr. Ihr Mandant habe fünf minderjährige Kinder und ganz andere Sorgen. Man sei willens, eine Kaution in jedweder Höhe zu zahlen.

Falk wird beschuldigt, einen Mord an einem Frankfurter Rechtsanwalt in Auftrag gegeben zu haben, der an einer Millionenklage gegen ihn gearbeitet hatte. Ein Unbekannter hatte dem Anwalt vor dessen Haus 2010 ins Bein geschossen. Falk bestreitet jegliche Beteiligung an dem Anschlag. Die Gefahr einer Flucht schätzt auch die Kammer nach Aussage von Immerschmitt nicht mehr allzu hoch ein. Es sei derzeit schwierig, das Land zu verlassen, und noch schwieriger, in ein anderes reinzukommen. Auch Südafrika, wo der in Deutschland abgestürzte Star des Neuen Markts sich mittlerweile neue Geschäftsfelder erschlossen hat, sei derzeit so gut wie unbetretbar. Zudem würde kein Mensch, der noch halbwegs bei Sinnen sei, in diesen Zeiten Deutschland mit seinem vergleichsweise robusten Gesundheitssystem verlassen.

Die Verdunklungsgefahr sieht die Kammer aber nach wie vor. Das liegt nicht zuletzt am Verhalten des Angeklagten. Falk soll versucht haben, gegen den missliebigen Anwalt mit unschönen Methoden wie Diebstahl und Bespitzelung vorzugehen. Dieses Verhalten des Stadtplan-Erben resultiere wohl auch aus dem schlechten Umgang, den er während der Verbüßung einer Haftstrafe in Hamburg hatte: die Gebrüder B., beinharte Berufskriminelle aus dem hanseatischen Kokaingewerbe, und ihre Handlanger, sämtlich mehrfach vorbestrafte Raufbolde mit hoher Affinität zu Schusswaffen. Diese Clique soll auch verantwortlich sein für die praktische Ausführung des Attentats auf den Frankfurter Anwalt.

Wobei der Vorwurf des versuchten Mordes halbwegs vom Tisch zu sein scheint. Vieles deutet darauf hin, dass es sich um einen nicht unbedingt tödlichen „Denkzettel“ handeln könnte. Etwa eine nicht besonders kryptisch verklausulierte Nachricht, die Falk nach der Tat von einem der Brüder B. erhalten haben soll: „Die Oma hat ihren Kuraufenthalt bekommen.“

Auch Falks Aufenthalt im Gefängnis könnte noch ein wenig dauern. Der Prozess, dessen Ende noch nicht absehbar ist, zieht sich hin, die kommenden Verhandlungstage sind abgesagt. Nach zwei Verhandlungstagen am Landgericht muss Falk jetzt erst mal wieder in die Knastquarantäne.

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