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2018 ist kein gutes Pilzjahr.

Pilze in Frankfurt

Zu trocken für Pilze

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Sammler haben es in diesem Jahr in Frankfurt schwer. Bis einschließlich 18. November gibt es trotzdem Beratung vom Experten.

Endlich Regen!“, titelte die Stadt optimistisch in einer eineinhalb Wochen alten Pressemitteilung. Weil Niederschlag vorhergesagt sei, könne das große Pilzesammeln schon bald beginnen. Ist die Saison inzwischen eingeläutet?

„Es hat herzlich wenig geregnet“, sagt der Pilzexperte Dieter Gewalt mit Bezug auf die letzten Tage. Die sowieso schon äußerst trockenen Sommermonate konnte das bisschen Nass nicht ausgleichen. Wer in den kommenden Tagen mit der Hoffnung auf einen Korb voller Speisepilze in die Wälder rund um Frankfurt geht, wird laut dem 79-jährigen Gewalt enttäuscht sein. Erfolgreicher könnte sich die Suche in Hintertaunus und Spessart gestalten.

Am heutigen Samstag bietet Gewalt zwei Pilzwanderungen im Frankfurter Stadtwald an. Immerhin: Absagen musste er sie nicht, so aussichtslos ist die Lage der Pilze nun auch wieder nicht. „Pilzkundlich lohnt es sich“, sagt er. Eine spontane Teilnahme ist nicht mehr möglich.

Halb so wild, denn der Experte bietet in den kommenden Wochen regelmäßig „Sachkundige Pilzberatungen“ an: Bis einschließlich 18. November immer sonntags von 17 bis 20 Uhr im Gesundheitsamt, Breite Gasse 28. Wenn die Pilzsaison länger dauert, wird vielleicht auch die Beratung ausgedehnt.

Gut für die Saison wäre ein „echter“, anhaltender Landregen, sagt Gewalt. Wenigsten gibt es inzwischen Frühnebel, niedrige Temperaturen und eine Sonne, die nicht mehr so stark ist. Oberflächlich scheint der Waldboden zwar feucht zu sein, doch der Eindruck täuscht: Schiebt man das Laub beiseite, wird die Trockenheit offenkundig. Sollte es in den nächsten Wochen tatsächlich richtig regnen, kann laut Gewalt „noch alles Mögliche kommen“. Im vergangenen Jahr etwa hätten sich bis weit in den Winter hinein Steinpilze und Pfifferlinge finden lassen. Es dürfe nur nicht zu kalt sein.

Wie immer gilt auch dann: Vorsicht beim Sammeln. Erst im August 2017 hatte ein aus Syrien stammender Vater mit seinen drei Kindern in Frankfurt den grünen Knollenblätterpilz gepflückt und verspeist. Alle mussten ins Krankenhaus, überlebten aber den potenziell tödlichen Pilz.

In Syrien gebe es nichts, was dem grünen Knollenblätterpilz ähnelt, sagt Gewalt, der die Beratung seit rund 15 Jahren anbietet. Der Familienvater habe ihn deshalb nicht – wie teilweise vermutet – mit einem Pilz aus seinem Herkunftsland verwechseln können. Es sei schlicht „unverantwortliches Sammeln“ gewesen, urteilt der Experte.

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