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Trinkwasser aus dem Hahn
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Angesichts des Klimawandels hat der Präsident des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe zum umsichtigen Umgang mit Wasser aufgerufen.

Natur

Frankfurt: Das Trinkwasser wird knapp – Kommt der „Trinkwasser-Cent“?

  • Sandra Busch
    VonSandra Busch
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In Frankfurt wird ein „Trinkwasser-Cent“ erwägt, um Mainwasser aufarbeiten zu können. Dies sorgt für Diskussionen im Stadtparlament.

Frankfurt – Entwarnung gibt Frankfurts Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) nicht. Zwar hat es im Frühjahr diesen Jahren durchschnittlich mehr Niederschläge gegeben, das ändert aber nichts daran, dass der Grundwasserspiegel niedrig ist. Trotz der Regengüsse herrscht Dürre im Boden. „Wir rasen auf eine Trinkwasserkrise zu“, warnte Heilig am Donnerstagabend im Stadtparlament. Möglicherweise müsse ein „Trinkwasser-Cent“ als Abgabe eingeführt werden, um die Aufbereitung von Mainwasser finanzieren zu können.

30 Prozent des Frankfurter Trinkwassers werden im Stadtwald gefördert. Der Rest kommt aus dem Vogelsberg und dem Hessischen Ried. Der niedrige Grundwasserspiegel „ist dramatisch“, sagte Heilig. „Irgendwann wird das Regierungspräsidium ein Verbot für die Trinkwasserförderung im Stadtwald aussprechen.“ Man müsse künftig mehr Brauchwasser statt Trinkwasser nutzen.

Frankfurt: Trinkwasser kommt aus dem Stadtwald, dem Vogelsberg und dem Hessischen Ried

Die Stadt sei auch schon dabei, Mainwasser aufzubereiten, das man wieder versickern lasse, um den Grundwasserpegel anzuheben. „Aber das machen wir nicht in einer Dimension, in der das für Entspannung sorgen würde“, sagte Heilig.

Denn die Aufarbeitung von Mainwasser ist „ein großer Aufwand“, sagte die Umweltdezernentin. Das Mainwasser sei dreckig – und es sei ein sehr teures Unterfangen, es aufzubereiten. „Ich sehe daher keine andere Möglichkeit, als dass die Trinkwasserpreise steigen.“ Aus dem Haushalt sei das nicht zu finanzieren. Die Stadt sei in Gesprächen mit dem Unternehmen Hessenwasser. Aber Heilig sieht zur Rettung des Grundwasserpegels keine andere Lösung, als das Mainwasser mit großem Aufwand aufzubereiten, „um die dramatische Situation abzuwenden“. Sie appellierte an die Bevölkerung, Trinkwasser zu sparen: Duschen statt baden, „nicht den Rasen damit sprengen“.

Opposition kritisiert „Trinkwasser-Cent“ – insbesondere für niedrige Einkommen

SPD-Stadtverordnete Anna Pause kritisierte die mögliche Einführung eines „Trinkwasser-Cents“. Das benachteilige Menschen mit einem geringen Einkommen. Auch CDU-Stadtverordneter Robert Lange sagte, wenn man Anstrengungen von der Bevölkerung erwarte, dann müsse die Stadt als Vorbild vorangehen, die Menschen mitnehmen „und nicht überfordern, auch nicht finanziell“. Pearl Hahn, Stadtverordnete der Linken, fragte, „wo bleiben die Brauchwassernetzwerke, wieso gibt es keine Investitionen in Kläranlagen?“ Auch Herbert Förster (Piraten) drängte darauf, dass „alle Techniken genutzt werden müssen, um Wasser versickern zu lassen und in den Stadtwald zu kriegen“

Die höheren Niederschläge haben zwar nicht für einen hohen Grundwasserpegel gesorgt, aber sie hätten laut Heilig immerhin dazu geführt, dass die von der Stadt und der Bevölkerung gemeinsam gepflanzten neuen Bäume im Stadtwald „eine gute Vitalität zeigen“. Da gebe es „eine kleine Entspannung“. Aber durch die ersten drei feuchten Frühjahrsmonate „denken nun manche, der Klimawandel sei vorbei“, sagte Heilig. „Doch wir rutschen direkt in heiße Temperaturen herein, das merken wir doch gerade alle.“

Heißere Temperaturen machen Trinkwasser in Frankfurt rar

Mehr als 30 Grad sind es in dieser Woche in Frankfurt. „Ich hoffe, wir geraten nicht wieder in eine Krise“, sagte Heilig, eine lange Durststrecke ohne Regen. Die vergangenen drei Jahre hätten dem Stadtwald alles andere als gut getan. Laut Waldzustandsbericht von 2020 sind 98,9 Prozent der Bäume krank. „Der Stadtwald leidet extrem“, sagte Heilig. (Sandra Busch)

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