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Trauerparade in der Innenstadt. Foto: Michael Schick
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Trauerparade in der Innenstadt.

Frankfurt

Trauerparade zieht mit Jazzband durch die Innenstadt

Am Donnerstag wurde an die Verstorbenen der Corona-Pandemie in besonderer Form gedacht

Es wirkt auf den ersten Blick wie ein beschwingtes Straßenkonzert: Die sieben Bandmitglieder von „All that Jazz“ stimmen vor der Hauptwache am Donnerstag ein paar Balladen an. Bis auf die Sängerin im mintgrünen Petticoat, tragen alle schwarze Anzüge und Hüte und verbreiten einen Hauch vom alten New Orleans Jazz. Einige der Zuschauerinnen und Zuschauer halten bemalte Fähnchen in den Händen. Auf einigen sind Herzen gemalt, auf anderen Sprüche geschrieben oder Sätze wie „Papi, ich vermisse dich“. Und dann bekommen die Lieder, gespielt mit Posaune, Sousaphon, eine Art Tuba, und Trompete einen leicht schwermütigen Unterton. Die Band führt eine Trauerparade an, in der an die Verstorbenen der Corona-Pandemie gedacht werden soll.

Dieser hoffnungsvolle und gleichzeitig gemeinschaftliche Akt wurde von Willi Heuse, Inhaber der Heuse Akademie, Elodie Kalb von der Universität Frankfurt und Heidi Müller vom Trauerzentrum initiiert. Die musikalische Untermalung sei dabei bewusst gewählt und solle Mut machen, so Heuse: „Die Musik bringt Traurigkeit und gleichzeitig Hoffnung zusammen.“ Auch Heidi Müller findet mutmachende Worte in ihrer Ansprache: „Verlust und Trauer macht vielen Angst. Das muss es aber nicht. Wir haben als Mensch die Fähigkeit zu trauern und in der Gemeinschaft geht das noch besser.“ Es sind weitaus weniger als die hundert erwarteten Teilnehmerinnen und Teilnehmer gekommen. Die Stimmung ist trotzdem gelassen und die Parade ähnelt eher einem kleinen Festzug als einem Trauermarsch. Angeführt von der Jazzband machen sie sich auf in Richtung Hauptfriedhof, wo die Fähnchen dann in eine vorgesehene Rasenfläche gesteckt werden sollen. Dort bleiben sie dann bis Sonntag. Diese ungewöhnliche Art des Trauerzugs findet bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern durchaus Anklang. „Es ist eine schöne Art in Gemeinschaft zu trauern“, findet Beate Adler (62). „Bei der Musik muss ich an meine Mutter denken. Die hätte ihr gefallen,“ erzählt sie. Auch eine andere Teilnehmerin, die ihren Namen nicht nennen möchte und mehrere Angehörige durch Corona verloren hat, findet die Musik ungewöhnlich, aber passend: „Jazz ist lebensbejahend und gleichzeitig nachdenklich.“ Es sei für sie ein schöner Anlass, der Trauer Raum zu geben.

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