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Ride of Silence für bei Unfällen gestorbene Radfahrer.

Radfahren

Trauerfahrt in Weiß durch Frankfurt

  • Christoph Manus
    vonChristoph Manus
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Nach Unfällen im vergangenen Jahr sind in Frankfurt fünf Radfahrerinnen und Radfahrer ums Leben gekommen. Eine Trauerfahrt hat am Samstag an sie erinnert.

Etwa 40 Menschen, die meisten in Weiß gekleidet, haben am Samstag trotz zeitweise strömenden Regens bei einer Trauerfahrt durch Frankfurt der Radfahrerinnen und Radfahrer gedacht, die im vergangenen Jahr bei Unfällen im Stadtgebiet getötet worden sind. Ihr „Ride of Silence“ führte sie an die Stellen, an denen sich die Unfälle ereigneten.

Fünf Menschen, die auf Fahrrädern oder Pedelecs unterwegs waren, starben nach Angaben von Falko Görres, dem Veranstalter der Fahrt, im vergangenen Jahr bei Unfällen oder wurden, wie in einem Fall, so schwer verletzt, dass sie später verstarben. 14 Radfahrerinnen und Radfahrer trugen bleibende Schäden davon. Nach Zahlen der Polizei wurden im vergangenen Jahr 120 Radfahrende schwer verletzt. Das war ein Anstieg um neun Prozent.

„Ich würde mir wünschen, dass wir die Fahrt nächstes Jahr nicht wiederholen müssten“, sagte Görres vor dem Start der Tour, die unter anderem vom Radentscheid, Greenpeace und ADFC unterstützt wurde, am Eisernen Steg. Die tödlichen Unfälle nannte er tragisch, aber auch vermeidbar. Die Gesellschaft nehme es billigend in Kauf, das für den Autoverkehr Menschen stürben, sagte Görres. Zu 80 Prozent liege die Schuld bei Unfällen mit Radfahrern bei den Autofahrern, hieß es.

Stadt müsse mehr tun

Von der Stadt Frankfurt fordert Görres, Radfahrende besser zu schützen. Dazu müsse die Infrastruktur zügig ausgebaut werden. Noch gebe es zu wenig Radwege, seien viele ständig zugeparkt. Dabei müsse es das Ziel sein, dass sich auch ungeübte Radfahrerinnen und Radfahrer, ältere Menschen und Kinder sicher auf dem Rad durch Frankfurt bewegen könnten.

Das Radwegenetz habe sich verbessert, die Stadt sei auf dem richtigen Weg, sagte Görres. Nach wie vor werde aber in der Diskussion über Verkehrspolitik sehr vom Auto aus gedacht. „Wir müssen den Druck aufrechterhalten“, sagte er.

Auch Alexander Breit von „Transition Town Frankfurt“ und Radentscheid geht davon aus, dass viele Unfälle mit Radfahrern vermeidbar wären, wenn die Infrastruktur besser wäre. So könne die Stadt etwa Ampeln so schalten, dass Radfahrerinnen und Radfahrer, die geradeaus wollten, früher Grün bekämen als Autofahrer und Lastwagenfahrer, die rechts abbiegen wollten.

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