Eva Weil-Kroch

Trauer um Eva Weil-Kroch in Frankfurt

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Die Frankfurter Antifaschistin Eva Weil-Kroch ist im Alter von 89 Jahren gestorben. Sie kämpfte bis zuletzt für Blockupy und Attac, gegen Bürokratie und "das ganze Quadratische", wie sie der FR einmal sagte.

Sie musste zunächst als Kind aus jüdischer Familie vor der NS-Diktatur nach Uruguay fliehen – später lebte sie mit ihrem Mann Ernesto Kroch in Frankfurt und kämpfte von hier aus gegen das Militärregime in Uruguay. Bis zuletzt war Eva Weil-Kroch politisch aktiv. Am Freitag nun starb sie mit fast 89 Jahren in Frankfurt, wie der Dokumentarfilmer Martin Keßler der FR mitteilte. 

Als Pendlerin war sie ständig unterwegs zwischen Seckbach und Montevideo, zwischen ihrer betreuten Wohnung im Henry-und-Emma-Budge-Heim und dem Land, für dessen Befreiung sie sich mit ihrem Mann eingesetzt hatte, letztlich erfolgreich. Sie sammelte Geld für Bedürftige, kümmerte sich um Geflüchtete, engagierte sich für  Kinderprojekte. Uruguay sah sie als ihre Heimat, aber sie sei „zweigeteilt“, beschrieb sie sich selbst. 

In Deutschland kämpfte sie für Blockupy und Attac, gegen Bürokratie und „das ganze Quadratische“, wie sie der FR einmal sagte. Nach dem Tod ihres Mannes Ernesto sorgte sie dafür, dass sein Nachlass als „Arbeiterschriftsteller“ ins Exilarchiv der Deutschen Nationalbibliothek aufgenommen wurde. 

Zuletzt besuchte die überzeugte Antifaschistin das Frankfurter „Rock gegen rechts“-Konzert. 

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