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Preungesheim gedenkt Kioskbetreiber „Schorsch“.

Frankfurt

Trauer nach Todesfall in Frankfurt

Preungesheimer Anwohner erinnern an getöteten Kioskbetreiber. Die Polizei ermittelt weiter gegen den Tatverdächtigen

Mehrere Dutzend Grablichter, Blumensträuße und Briefe stehen seit Beginn der Woche vor „Sammy’s Kiosk“ in der Homburger Landstraße in Preungesheim.

Der 57 Jahre alte Betreiber des Kiosks, in dem Viertel „Schorsch“ genannt, wurde am Samstagmorgen auf dem Heimweg von seiner Geburtstagsfeier getötet. Gegen den Tatverdächtigen, einen 30-jährigen Frankfurter, wurde bereits Sonntag ein Haftbefehl wegen Mordverdachts erlassen.

Wie genau es zu der Tat kam, ist noch unklar. Beide Männer verließen am frühen Morgen den Kiosk „3 Sterne“ im Festeburgring. Kurz darauf soll der Tatverdächtige mehrfach auf das Opfer eingestochen haben. Die Pressestelle der Polizei korrigierte frühere Angaben, wonach das Opfer und der Verdächtige den Kiosk gemeinsam verlassen hätten. Weder das Verlassen der Kneipe noch das Motiv oder ob es vor der Tat zu einem Streit zwischen den beiden gekommen sei, könne bestätigt werden und bleibe weiterhin Gegenstand der Ermittlungen.

„Er war so ein guter Mann“

Die Anwohner in Preungesheim zeigen sich unterdessen fassungslos und tief betroffen. Viele Passanten lesen andächtig die Anteilnahmsbriefe, einige Kinder haben den Kiosk mit Buntstiften gemalt. Ein ehemaliger Schulfreund hinterließ ein altes Klassenfoto. „Er war so ein guter Mann,“ erzählt einer der Anwesenden, der den Kiosk regelmäßig besucht hatte. „Er hatte das Geschäft erst seit einem Jahr, aber es lief so gut!“

Viel weiß man hier nicht über den Tathergang. Die versammelten Menschen halten an den wenigen Informationen fest, die sich im Viertel herumgesprochen haben. Der kleine Kiosk ist zu einer Begegnungsstätte geworden, wo Nachbarn neben Spekulationen Schock und Trauer miteinander teilen. Selbst ein Busfahrer der Linie 39 fährt angesichts des Traueraufgebots langsamer, bevor er sachte kopfschüttelnd weiterfährt. Viele notieren sich das Datum der Beerdigung, das Angehörige auf einem Plakat am Kiosk angekündigt haben.

Spendenaufruf für die Familie des Opfers

Dort, wo sonst der Kioskeingang ist, hängt nun ein Spendenaufruf für die Familie des Opfers. Seine Frau erwartet in nur wenigen Tagen das dritte gemeinsame Kind. Im Internet und an verschiedenen Orten innerhalb Preungesheims werden Spenden für die hinterbliebene Familie gesammelt. Die Verkäuferin des Buchladens am nahegelegenen Gravensteiner Platz verwahrt eine der Spendenboxen. „Die Menschen hier sind schon zahlreich erschienen,“ berichtet sie.

Auch im Supermarkt nebenan ist das Kondolenzbuch gut gefüllt. Viele erinnern sich an „Schorsch“, reden von einem frohen Gemüt und ansteckendem Lachen. Auch die Kinder der Nachbarschaft scheinen den Mann hinter dem Tresen zu vermissen. „Du hast uns immer Gummibärchen gegeben“ heißt es in einem Eintrag.

Die Bestattung findet am Freitag, 27. September, um 11.15 Uhr am Friedhof Heiligenstock in der Friedberger Landstraße 647 statt.

Valerie Eiseler

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