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Kerzen für das tote Kind.

Stromschlag

Nach Tod in Frankfurter Kita: Trauer um Antonio im Stadtparlament

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Die Stadtverordneten gedenken dem gestorbenen Kind. Mit Anträgen zum Unglück in der Kita tun sie sich aber schwer.

Die Stadtverordneten haben am Donnerstag des sechsjährigen Antonio gedacht, der in der vergangenen Woche in der städtischen Kindertagesstätte an der Atzelbergstraße gestorben ist. Der Junge hatte nach ersten Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft einen tödlichen Stromschlag erlitten. Die Politiker könnten der Familie keinen Trost spenden, sagte Stadtverordnetenvorsteher Stephan Siegler (CDU). Sie könnten aber das Versprechen abgeben, dass der Unfall vollständig aufgeklärt wird. Eine derartige Tragödie dürfe sich niemals wiederholen, sagte Siegler zu Beginn der Plenarsitzung.

Bereits zuvor war der Tod des Jungen Thema im Römer. Die Fraktionen von FDP und Frankfurter hatten im Haupt- und Finanzausschuss Anträge vorgelegt, in denen im Wesentlichen Aufklärung über den Unfall verlangt wird.

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Die Stadtverordneten taten sich mit der Zustimmung sehr schwer. Die meisten Punkte stimmten sie mit der Maßgabe „Prüfen und berichten“ ab, das heißt: Die Politiker machen sich die Forderungen nicht zu eigen, sondern überweisen sie zur Prüfung an den Magistrat. Einigen konnten sich die Fraktionen nur auf einen Passus im FDP-Antrag. Darin übermittelt die Stadtverordnetenversammlung der Familie des Jungen ihr Mitgefühl. Zudem hatte die FDP unter anderem vom Magistrat gefordert, „alle notwendigen Maßnahmen umgehend zu ergreifen, damit sich ein solches Unglück nie wieder in einem städtischen Kinderzentrum ereignet“. Doch diese Formulierung war den meisten anderen Fraktionen zu spekulativ, um ihr uneingeschränkt zuzustimmen. Fast alle Rednerinnen und Redner wiesen im Ausschuss darauf hin, dass die Umstände des Unglücks noch nicht aufgeklärt seien. Dies sei aber wichtig, bevor die Stadtverordneten dazu Stellung nehmen können, sagte Ursula Busch (SPD). Die Ermittlungen seien mit juristischen Fragen verbunden.

Die Fraktion der Grünen hat ein Kondolenzschreiben an die Familie des gestorbenen Jungen verschickt. Antonios Tod dürfe in keinem Fall instrumentalisiert werden, sagte Birgit Ross.

Nils Kößler (CDU) sagte, er hätte sich gewünscht, dass keine Anträge zum Tod des Jungen gestellt werden. Die Ermittlungen seien Aufgabe der Staatsanwaltschaft, „die müssen wir abwarten“. Spekulationen aller Art verböten sich.

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