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Trauer um Alexander Loulakis

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Deutschlands erster DJ: Alexander Loulakis.
Deutschlands erster DJ: Alexander Loulakis. © Privat

Der Getränkegroßhändler und Sammler von Schellack-Platten, Alexander Loulakis, ist im Alter von 86 Jahren gestorben.

Manche nannten ihn den Schellack-Papst, andere adelten ihn mit dem Titel: erster DJ Deutschlands. In erster Linie aber war Alexander Loulakis ein Frankfurter, der sich um seine Stadt verdient gemacht hat. In der Nacht zum Montag ist Loulakis gestorben. Er wurde 86 Jahre alt.

Der Sohn eines Griechen und einer Hessin machte sich im Frankfurt der Nachkriegszeit einen Namen als Getränkegroßhändler. Die Alexander Loulakis Getränkevertrieb GmbH hatte ihren Sitz im einstigen Gebäude der Einzelhandelskette Latscha – zwischen Hanauer Landstraße und Osthafen.

Als Geschäftsmann hatte Loulakis Erfolg, doch seine Leidenschaft war die Musik. Insbesondere die Salon- und Tanzmusik, die auf Schellack-Platten gepresst war, hatte es ihm angetan. Er sammelte die Tonträger aus den 30er und 40er Jahren, zuletzt besaß er eine halbe Million Titel. Loulakis dürfte wohl die größte private Schellack-Sammlung in Deutschland gehabt haben.

Doch der Frankfurter wollte seine Platten nicht nur im Keller aufbewahren. Er wollte die Musik spielen. Und so wurde aus dem Getränkegroßhändler in den 70er Jahren ein DJ, der unter anderem im Henninger Turm auflegte. Zudem gestaltete er 25 Jahre lang die Schellack-Disko im Programm des Hessischen Rundfunks.

Aktiv war Loulakis auch bei der Eintracht. In den 60er Jahren leitete er die Tennisabteilung. Die erste Herrenmannschaft schaffte es unter seiner Führung in den Europapokal. ( geo)

HR 4 sendet in Gedenken an Alexander Loulakis am Dienstag, 19. April, 20 Uhr, eine Schellack-Disko.

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