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Frankfurt bekommt ständig neue Hotels, hier das Fünf-Sterne-Haus Diaoyutai Mansion an der Rennbahn, das im Sommer eröffnen soll.

Tourismus in Frankfurt

Hotels droht Personalnot

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Immer mehr Hotels eröffnen in Frankfurt. Die Branche hält das für verkraftbar, findet aber immer schwieriger Beschäftigte.

Der Hotelbauboom in Frankfurt setzt sich ungebremst fort. Obwohl das Bettenangebot allein im vergangenen Jahr um eine Rekordzahl von fast 4300 stieg, wird weiter kräftig investiert. Allein in diesem Jahr kommen nach Zahlen der Brancheninitiative Frankfurt Hotel Alliance, der 60 Hotels angehören, acht neue Häuser mit zusammen 1566 Zimmern auf den Markt. 2020 und 2021 sollen jeweils sechs neue Hotels öffnen, mindestens vier im Jahr 2022. Allein bis dahin könnten den Zahlen nach zusammen 6173 Zimmer hinzukommen. Und eingerechnet sind hierbei nur Hotels im First-Class- und im Luxus-Segment.

Noch wirkt sich die steigende Zimmerzahl angesichts des seit Jahren wachsenden Übernachtungsaufkommens nicht auf die Zimmerbelegung aus. Die liegt konstant um die 70 Prozent. Dass die Hotelkapazität aber weiter steigen wird, heißt im Umkehrschluss, dass die Übernachtungszahlen weiter klettern müssen, damit die Auslastung nicht sinkt.

Tourismus

Der Boom bei den Übernachtungszahlen hält an. Neunmal in Folge sind diese nun schon gestiegen. Und die ersten beiden Monate des Jahres sprechen schon wieder für einen möglichen neuen Rekord.

Mehr als 907 000 Gäste haben im Januar und Februar nach Zahlen der Tourismus- und Congress-Gesellschaft bereits in den inzwischen 298 Beherbergungsbetrieben in Frankfurt übernachtet. Die verkauften zusammen 1,6 Millionen Übernachtungen, ein Plus von 4,9 Prozent. Die Zimmerauslastung ging leicht zurück.

Erstmals seit langem sank die Zahl der Gäste aus China und Japan leicht.

Der Präsident der Hotel Alliance, Thomas R. Hilberath, rechnete am Dienstag bei einem Pressegespräch vor, dass diese Zahl dafür im Jahr 2022 bereits bei mehr als zwölf Millionen liegen müsste. Im vergangenen Jahr verkauften die Hotels 10,15 Millionen Übernachtungen.

Von einer möglichen Beschränkung von Hotelneubauten durch die Stadt hält die Branchenallianz trotz der wachsenden Konkurrenz nichts. Man müsse sich diesem Wettbewerb stellen. Die Entwicklung sei gut für die Stadt, hieß es. Eine Steigerung der Kapazitäten um fünf bis sechs Prozent sei zu verkraften, sagte Hilberath. Für die kleineren Hotels und die privat geführten Häuser werde es allerdings schwieriger, schränkte er ein.

Statt zu jammern, unterstütze die Allianz die städtische Tourismus- und Congress-Gesellschaft bei der Vermarktung des Standorts, etwa beim Versuch, noch mehr große Kongresse in die Stadt zu holen, sagte Vizepräsident Bernhard Haller. In diesem Bereich gebe es noch Potenzial. Christian Henzler, ein Vorstandsmitglied, das sich schwerpunktmäßig um den Bereich Personal kümmert, sagte, die größere Herausforderung, als noch mehr Gäste anzuziehen, sei es, die angesichts des starken Wachstums nötige Zahl von Beschäftigten zu finden. Dieser Fachkräftemangel sei für die Hotels schon jetzt ein brennendes Thema. Deshalb werbe man etwa in Schulen und bei Jobmessen für eine Ausbildung im Hotel.

Die Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten hatte jüngst die nach ihrer Ansicht immer extremeren Arbeitszeiten in der Branche kritisiert. Die Allianz wies diese Kritik am Dienstag zurück. Zudem bezahlten die in ihr vertretenen Hotels bereits jetzt alle deutlich über Tarif, hieß es. Dass sich nicht mehr junge Leute für einen Beruf in der Hotellerie entschieden, habe etwa mit dem Trend zum Studium statt einer dualen Ausbildung zu tun. Unternehmen anderer Branchen würben zudem in großem Umfang den Hotels Beschäftigte ab.

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