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Die Hotelbetriebe stehen vor riesigen Problemen.

Coronakrise

Tourismus-Branche in Frankfurt verzeichnet Verlust in Milliardenhöhe

  • Claus-Jürgen Göpfert
    vonClaus-Jürgen Göpfert
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Die Corona-Pandemie bereitet dem Tourismus in Frankfurt ein rabenschwarzes Jahr. Die Tourismus und Congress GmbH rechnet mit 70 Prozent weniger Übernachtungen.

Für Frankfurt als touristisches Ziel wird 2020 durch die Corona-Pandemie ein rabenschwarzes Jahr. Das zeigt eine gerade fertiggestellte Untersuchung im Auftrag der städtischen Tourismus- und Congress GmbH. Noch 2019 hatte Frankfurt mit rund 10,8 Millionen Übernachtungen einen neuen Rekord aufgestellt, den neunten in Folge. Jetzt folgt der Einbruch: Die Zahl der Übernachtungen wird 2020 um bis zu 70 Prozent zurückgehen, so die Einschätzung von Thomas Feda, Geschäftsführer der städtischen Tourismus- und Congress GmbH.

Das bedeutet für den Tourismus in Frankfurt einen Verlust in Milliardenhöhe. 2019 hatte die Branche einen Umsatz von 4,9 Milliarden Euro erzielt. Dieses Jahr könnten es nach Einschätzung der Fachleute bis zu zwei Milliarden Euro weniger sein. Denn der zweite Lockdown bringt das touristische Reisen jetzt zum Erliegen. „Alle Städte in Deutschland, die Touristenziele sind, haben dieses Problem“, erklärt Feda. Unverzichtbarer Teil der touristischen Infrastruktur war für Frankfurt der Rhein-Main-Flughafen. Er spülte jedes Jahr verlässlich Millionen von Menschen in die Stadt. Mit dem Zusammenbruch des Flugverkehrs infolge von Corona hat sich das dramatisch verändert. Derzeit liege das Passagieraufkommen 85 Prozent unter dem normalen Niveau, sagt der Tourismus-Fachmann.

Die Corona-Pandemie rückt schmerzlich ins Bewusstsein, wie wirtschaftlich verwundbar die Tourismus-Stadt ist. Etwa 60 000 Menschen leben in Frankfurt von der Branche. Allein der erste Lockdown im März und April dieses Jahres riss beim Umsatz ein Loch von 650 Millionen Euro. Davon hat sich das Geschäft bis jetzt nicht mehr erholt. Betroffen sind verschiedene Bereiche, etwa der Einzelhandel, der normalerweise 35 Prozent zum touristischen Umsatz in Frankfurt beiträgt.

Schon vor dem zweiten Lockdown fiel die Leere in den typischen Restaurants auf, die sonst regelmäßig von Touristenbussen angefahren wurden. Die Gastronomie trägt in einem normalen Jahr 25 Prozent zum touristischen Umsatz bei. Ebenso fehlen die Gäste von außerhalb in den Kultureinrichtungen, etwa in den großen Museen wie dem Städel in Sachsenhausen oder dem Museum für Moderne Kunst (MMK) in der Innenstadt. Die Kultureinrichtungen steuern zehn Prozent zum touristischen Umsatz bei. Weitere wichtige Umsatzanteile kommen von den Tagesgästen, die auch Geld in der Stadt ausgeben. Auch sie sind in diesem Jahr weitgehend ausgeblieben. Die Tourismus-Fachleute hoffen auf eine Trendwende im kommenden Jahr.

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