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In einem Frankfurter Hotel ist eine Frauenleiche gefunden worden, vermutlich das Opfer eines Exorzismus
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In einem Frankfurter Hotel ist eine Frauenleiche gefunden worden, vermutlich das Opfer eines Exorzismus

Exorzismus

Tote bei Teufelsaustreibung

  • Georg Leppert
    VonGeorg Leppert
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In einem Hotel stirbt eine 41-Jährige Frau, mutmaßlich während der Durchführung einer Teufelsaustreibung. Die Staatsanwaltschaft spricht von einem grausamen Tötungsdelikt. Und es gibt noch ein Opfer.

In einem Frankfurter Hotel ist eine 41 Jahre alte Frau offenbar bei einem Ritual zur Teufelsaustreibung getötet worden. Die Staatsanwaltschaft berichtet von einem unfassbaren Martyrium, begangen von fünf Tätern. Unter den Verdächtigen befinden sich der 15 Jahre alte Sohn des Opfers und weitere Verwandte. In einem Haus in Sulzbach (Main-Taunus-Kreis), das die mutmaßlichen Täter zeitweise bewohnten, wurde eine schwer verletzte Frau gefunden. Ob auch sie Opfer eines Rituals wurde, steht nicht fest.

Oberstaatsanwältin Nadja Niesen sprach am Mittwoch von einem „grausamen Tötungsdelikt“, das sich in einem Zimmer des Interconti-Hotels zugetragen habe. Nach ihren Angaben wurde die Frau am Samstag getötet. Die Verdächtigen, die wie das Opfer aus Südkorea kommen, sitzen in Untersuchungshaft.

In ihren Aussagen erklärten die mutmaßlichen Täter, die 41 Jahre alte Frau sei verwirrt und schreiend durch das Hotelzimmer gelaufen. Daraufhin seien sie davon ausgegangen, dass sie von Dämonen besessen sei. Anschließend begannen sie mit einem Exorzismus, wobei unklar ist, ob das mit Zustimmung der 41-Jährigen geschah. Laut Staatsanwaltschaft musste sich die Frau auf den Boden legen und wurde fixiert. Anschließend schlugen und traten ihre Verwandten auf Brust und Bauch ein. Um ihre Schreie zu ersticken, umfassten sie die Frau am Hals und steckten ihr ein kleines Handtuch sowie einen stoffbezogenen Kleiderbügel in den Mund.

Nach „mindestens zwei Stunden Schmerzen und Qualen“ starb die 41-Jährige durch Ersticken, sagte Nadja Niesen. Die Täter hätten ihren Tod zumindest billigend in Kauf genommen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen gemeinschaftlich begangenen Mordes. Es liege das Mordmerkmal der Grausamkeit vor. Das Handeln der Täter sei von „einer gefühllosen und unbarmherzigen Gesinnung getragen“ gewesen, so Niesen.

Nach Informationen der „Bild“-Zeitung riefen die Verwandten des Opfers nach der Tat einen koreanischen katholischen Pfarrer auf ihr Zimmer. Als dieser den von Hämatomen übersäten Leichnam sah, lief er zur Rezeption des Hotels, die die Polizei verständigte. Über die mutmaßlichen Täter ist noch wenig bekannt. So blieb am Mittwoch offen, wieso sie ein Zimmer in dem Hotel in der Frankfurter Innenstadt bezogen hatten. Fest steht, dass es sich um eine 44 Jahre alte Frau, ihren 21-jährigen Sohn, ihre 19 Jahre alte Tochter und zwei 15-jährige Jungen handelt. Sie waren offenbar vor sechs Wochen aus Südkorea eingereist. Was sie im Rhein-Main-Gebiet vorhatten, ist derzeit unklar.

Nach ihrer Ankunft in Deutschland mieteten die Koreaner ein Haus in Sulzbach. Dort hielten sich die mutmaßlichen Exorzisten allerdings nur sporadisch auf. In dem Gebäude entdeckten die Polizisten bei einer Hausdurchsuchung eine schwer verletzte Frau. Sie war unterkühlt und dem Verdursten nahe. Nach einem Bericht der „Bild“-Zeitung war ihr Körper in Plastikfolie eingewickelt. Nähere Angaben zu dem möglichen zweiten Opfer machte die Staatsanwaltschaft nicht.

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