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Ein Mannschaftswagen der Frankfurter Feuerwehr geht voll beladen mit Ausrüstung an die Feuerwehrleute von Granada.

Tote

Konflikt in Nicaragua  schreckt Frankfurter nicht ab

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Eine Reisegruppe reist in die Partnerstadt Granada, um dort den Kontakt zu den Menschen aufrechtzuerhalten.

Obwohl die Auseinandersetzungen zwischen dem Regime von Präsident Ortega und der Opposition andauern, ist eine Frankfurter Reisegruppe in die Partnerstadt Granada in Nicaragua gefahren. Das Ehepaar Birgit Koch-Dallendörfer und Reinhold Dallendörfer, Mitbegründer des Vereins „Städtepartnerschaft Frankfurt–Granada“ und einige Freunde haben sich von der Situation nicht abschrecken lassen.

Die Ärztin und der gerade pensionierte Schuldirektor stehen auf dem Standpunkt, der Kontakt mit den Menschen vor Ort müsse unbedingt aufrechterhalten werden. Seit Ausbruch der Konflikte zwischen dem Regime und der Opposition im April 2018 sind in Nicaragua mehr als 300 Menschen getötet worden. Auch in Granada, der Stadt am Großen Nicaraguasee, gab es Todesopfer. Das Regime lässt die Redaktionen kritischer Medienhäuser stürmen, es gibt viele Verhaftungen.

Der Partnerschaftsverein versucht dennoch, die Hilfe für die Menschen nicht abreißen zu lassen. Am heutigen Mittwoch, 13. Februar, soll in Bremerhaven das Frachtschiff „Wisdom Ace“ zur langen Reise nach Nicaragua aufbrechen. Als Ankunftsort ist der Hafen von Corinto, einer Stadt an der nordwestlichen Pazifikküste, auserkoren.

Frankfurter helfen der örtlichen Feuerwehr

An Bord der „Wisdom Ace“ findet sich ein Mannschaftswagen der Frankfurter Feuerwehr, der voll beladen ist mit Ausrüstung für die Feuerwehrleute von Granada. Dazu zählen Stiefel, feuersichere Hosen, Flammschutzhauben und Handschuhe. Außerdem wurden zahlreiche Ersatzteile sowie feuerwehrtechnisches Gerät verpackt.

„Die freiwillige Feuerwehr Granadas braucht Unterstützung“, sagt Dallendörfer. Man tue seit langem das „Menschenmögliche“, um der Feuerwehr in Mittelamerika „eine wirksame Vorsorge vor Bränden und ein effektives Löschen zu ermöglichen“.

Die Dallendörfers hatten auf der Reise bestanden, nachdem Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) im Sommer 2018 einen geplanten Besuch in Nicaragiua als zu gefährlich abgesagt hatte. Feldmann wäre der erste Frankfurter Oberbürgermeister gewesen, der seit Abschluss der Städtepartnerschaft im Jahre 1991 Granada besucht hätte. Feldmann will die Reise an den Großen Nicaraguasee nachholen, sobald sich die innenpolitische Lage dort entspannt hat. Danach sieht es freilich derzeit nicht aus.

Das Auswärtige Amt rät allen Reisenden „dringend, Demonstrationen und Menschenansammlungen unbedingt fernzubleiben“. Aktuell werde der Flughafen der Hauptstadt Managua nachts nicht mehr angeflogen. Zahlreiche Flugverbindungen zwischen Deutschland und Nicaragua seien eingestellt worden.

Granada ist unter den 17 Partnerstädten Frankfurts diejenige, die am weitesten entfernt liegt: 9200 Kilometer beträgt die Distanz auf dem Luftweg zwischen Frankfurt und der nicaraguanischen Stadt mit ihren 130 000 Einwohnern.

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