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Frankfurt: Tony-Sender-Preis verliehen

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Von: Ramona Wessmann

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Eleonore Wiedenroth-Coulibaly (links) erhält den Tony-Sender-Preis von Frauendezernentin Rosemarie Heilig. michael schick
Eleonore Wiedenroth-Coulibaly (links) erhält den Tony-Sender-Preis von Frauendezernentin Rosemarie Heilig. michael schick © Michael Schick

Eleonore Wiedenroth-Coulibaly wird für ihre antirassistische Arbeit geehrt.

Am Freitag wurde im Kaisersaal des Römers Eleonore Wiedenroth-Coulibaly als erste Schwarze Frau mit dem Tony-Sender-Preis der Stadt Frankfurt ausgezeichnet. Der Preis wird seit 1992 alle zwei Jahre an Frauen, die sich für Gleichberechtigung und gegen Benachteiligung und Diskriminierung engagieren, verliehen. Die Namensträgerin des Preises, Tony Sender, war selbst eine junge Politikerin in Frankfurt, die hier in den 1920er Jahren ihre bedeutenden Denkanstöße erhielt.

Die geborene Wiesbadenerin Wiedenroth-Coulibaly wuchs in einem Nachkriegsdeutschland auf, das gezeichnet war von Diskriminierung. Erfahrungen, die sie als Schwarze Frau maßgeblich prägten: „Die Menschen sprachen sich nicht unbedingt gegen mich aus – mir ins Gesicht schauend, aber rassistische Sprache und kolonialrassistische Bilder dominierten meine Kindheit.“

1985 gründete sie mit Gleichgesinnten die Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (ISD), welche inzwischen die älteste Organisation ihrer Art ist. Auch an dem vorangegangenen Buch „Farbe bekennen“ war Wiedenroth-Coulibaly beteiligt. Was sie antrieb, sei der Wille gewesen, eine Schwarze Community in Deutschland zu finden und selbst aufzubauen, sagte sie. Afrikanische Gemeinschaften gab es einige, doch wenn man Deutsche war, habe man dort nicht hineingepasst. Das wollte Wiedenroth-Coulibaly ändern – und schaffte es mit der ISD.

Die Frauendezernentin der Stadt, Rosemarie Heilig (Grüne), betonte in ihrer Ansprache, dass es allerhöchste Zeit sei, dass mit dem Senderpreis eine Schwarze Frankfurter Feministin ausgezeichnet würde. „Mit dem Wissen, dass eine solche Auszeichnung längst überfällig gewesen ist“, fügte Heilig bewusst hinzu. Sie sagte weiterhin, dass migrantische und Schwarze Perspektiven schon immer ein zentraler und wichtiger Teil der Frankfurter Frauenbewegung gewesen seien. Auch wenn dies nie genug Anerkennung und Würdigung erfahren habe. Mit der gestrigen Preisverleihung wurde dies nun versucht.

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