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Das Studio 11 im Waldstadion wurde während der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 als Fernsehstudio benutzt.

Musik

Tonstudio im Waldstadion eröffnet

Musizieren neben der Eintracht-Kabine: Der Verein für Musikalische Künstlerförderung eröffnet in den Katakomben der WM-Arena ein Tonstudio, in dem vor allem regionale Künstler gefördert werden sollen.

Von Timur Tinç

Ralf Holl hat eine enge Verbindung zur Frankfurter Eintracht. Seit 1968 ist er Dauerkartenbesitzer und hat überdies fünf Musik-CDs für den Fußball-Bundesligisten produziert. Ab heute wird seine Beziehung zu dem Herzensverein noch enger. Um 18 Uhr feiert Holl mit seinem Verein für Musikalische Künstlerförderung die Eröffnung seines neuen Tonstudios – in den Katakomben der WM-Arena. „Das ist etwas ganz besonderes für mich“, sagt der Musikproduzent und DJ.

Studio 11 heißt es und wurde während der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 als Fernsehstudio benutzt. Es liegt in unmittelbarer Nähe zur Umkleidekabine der Kicker. „Die haben den großen Fehler gemacht, mir den Raum zu zeigen“, sagt Holl verschmitzt. Das war vor vier Jahren.

Seinerzeit hatte Holl die CD „Main Eid“ mit 22 Frankfurter Liedern in den Stadion-Katakomben aufgenommen. „Da ist nichts nach oben durchgedrungen“, berichtet Holl, der aus der einmaligen Sache, etwas dauerhaftes machen wollte.

Inspiriert durch U2

Inspiriert wurde er dabei von der irischen Rockband Band U2, die das Album „Unforgettable Fire“ 1984 im irischen Schloss Slane Castle aufgenommen hat.

Ein solches Ambiente, wollte der 56-Jährige auch und begann immer zu bohren, bis er sich mit dem Stadionmanagement auf eine Nutzung einigen konnte. „Unser Ziel ist es, regionale Künstler, unabhängig vom musikalischen Spektrum zu fördern“, erklärt Holl, dessen Verein gemeinnützig ist. Dafür habe er das Studio mit viel Liebe aufgebaut. Sein Motto lautet: „Nimm gut auf, dann brauchst du nicht viel mischen. Weniger ist viel mehr.“

Die Künstler werden beim Vertrieb der musikalischen Werke bei der Herstellung und der Veröffentlichtung bei allen gängigen Onlineplattformen unterstützt. Durch die Kooperation mit der „Batschkapp“ und dem „Nachtleben“ haben sie überdies die Chance, Liveauftritte zu bekommen. „Zum Superstar kann man nicht gemacht werden, sondern wird man nur durch harte Arbeit“, sagt Ralf Holl, der absolut nichts von Castingshows hält.

In Deutschland setze man aber auf ausgetrampelte Pfade oder auf Musik, die gerade gut laufe. „Dem versuchen wir entgegenzuwirken“, sagt Holl. „Denn es gibt viele gute Musiker.“ Und vielleicht wird der nächste Superstar sein erstes Studio-Album im Stadion aufgenommen haben, direkt neben der Eintracht-Kabine.

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