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Tonstudio in Frankfurter Stadtbücherei

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Von: Alina Nitsche

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Marcel Prochaska, stellv. Leiter, in der Schallkabine am Mischpult.
Marcel Prochaska, stellv. Leiter, in der Schallkabine am Mischpult. © Christoph ‚Boeckheler

Die Frankfurter Musikbibliothek eröffnet ein kostenfreies Tonstudio in Stadtmitte. Podcasts und Songs können dort auch von Einsteigerinnen und Einsteigern produziert werden.

Kreative Teilhabe für alle: Am Dienstag eröffnete das Tonstudio „Main.Klang“ in der Frankfurter Innenstadt. Im Untergeschoss der Stadtbücherei nähe Konstablerwache befindet sich eine Musikbibliothek. Dort kann jetzt ein voll ausgestattetes Studio kostenfrei genutzt werden.

Es riecht noch nach frischer Farbe und Kleber. Die Wände der Tonbox sind rot gestrichen und mit grauem Filz isoliert. Professionelle Tontechnik wie Mikrofone, Mischpult und Musiksoftware stehen auf den 16 Quadratmetern Studio bereit. Künstler:innen und Einsteiger:innen können hier Podcasts produzieren oder ganze Songs aufnehmen.

Ein Treffpunkt für Musikerinnen und Musiker

Das Angebot richtet sich an über 18-Jährige, die nach einer technischen Einweisung das Klangstudio bis zu fünf Stunden pro Woche buchen können. Voraussetzung, um loszulegen, ist neben einer Einführung, der Besitz eines Bibliotheksausweises, der jährlich 20 Euro kostet. Inhaber:innen eines Frankfurt-Passes erhalten den Ausweis kostenfrei. „Die Idee besteht darin, allen gesellschaftlichen Gruppen den Zugang zur Musik zu ermöglichen“, sagt Leiter der Musikbibliothek Sebastian Wilke. Ziel der Initiative sei es außerdem, einen Treffpunkt für Musiker:innen und Interessierte zu schaffen, Austausch anzuregen.

Kommerzielle Alternativen beginnen preislich bei etwa 60 Euro pro Stunde. Für junge Menschen oder Personen in prekären Lebenslagen, ist das kostenfreie Angebot der Stadt eine niedrigschwellige Möglichkeit kreativer Teilhabe.

Auch Instrumente ausleihbar

In Frankfurt ist das Studio einzigartig. Deutschlandweit gibt es ebenfalls kaum kostenlose Tonstudios. Die Stadtbücherei München bietet seit einem Jahr ein ähnliches Angebot mit dem „Musiklab“ an. Die Nachfrage ist laut einer Mitarbeiterin mäßig. Es seien jede Woche noch Zeitfenster frei. Für das kommende Jahr erhoffe man sich eine höhere Auslastung. Die Bibliothek Frankfurt will sich mit dem Angebot eines offenen Tonstudios auch an die dynamische Musikbranche anpassen. Die Ausleihe von physischen Tonträgern sei nicht mehr so nachgefragt, heißt es vonseiten des Bibliotheksleiters Wilke. Die Tonbox soll Interessierte anlocken, die selbst aktiv werden wollen. Vor zwei Jahren initiierte die Musikbibliothek bereits die „Bibliothek der Dinge“. Die vierwöchige Ausleihe von Musikinstrumenten ist seitdem möglich.

Perspektivisch will die Bibliothek auch Workshops im Studio anbieten und das Nutzer:innen Alter auf 16 Jahre herabsetzen, dies sei aktuell aufgrund von Haftungsfragen noch nicht möglich.

Eine staatliche Finanzierung förderte das Studio mit einer Summe in Höhe von 95.000 Euro. Weitere 5.000 Euro Kosten übernahm die Stadtbücherei aus Eigenmitteln.

Mehr Informationen gibt es unter: stadtbuecherei.frankfurt.de

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