Karotten überall: Ein Buschschliefer nagt in seinem Gehege im Frankfurter Zoo an einer in Form eines Sternes.

Zoo Frankfurt

36 Tonnen Karotten für Frankfurter Zootiere

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Der Zoo legt eine ausführliche Bilanz für das vergangene Jahr vor – die erste seit 1992. Man kann daraus lernen, was ein Zoobesuch die Stadt wirklich kostet.

Um 12 Uhr ist im Zoo am meisten los, um 18 Uhr am wenigsten. Also besuchermäßig. Schon möglich, dass nachts auch jede Menge Betrieb herrscht, tierisch viel vielleicht sogar, aber dann ist der Zoo ja zu. Der publikumsstärkste Tag des Jahres 2018 war der 29. April mit 6795 Leuten. Und die wenigsten Gäste kamen am 28. Februar – nur 294, den ganzen Tag. Um 17 Uhr war da schon tote Hose an der Kasse.

Wer’s genau nachlesen will, hat dazu jetzt Gelegenheit im Jahresbericht 2018 des Zoos. Warum wir hier so ein Brimborium darum machen? Normalerweise ist so ein Jahresbericht doch nichts Besonderes, sollte man meinen. Das stimmt. Eigentlich. Aber dieser Jahresbericht ist der erste des Frankfurter Tiergartens – seit sage und schreibe 26 Jahren.

Umso mehr Mühe haben sich Kommunikationschefin Christine Kurrle und ihr Team damit gegeben. In Kürze soll die Bilanz als PDF-Datei auf der Internetseite des Zoos abrufbar sein (www.zoo-frankfurt.de), aber gedruckt liegt sie auch vor.

Das 28-seitige Heft ist schön gestaltet und glänzt vor allem mit Zahlen. Petra mit ihren 1,5 Tonnen ist die schwerste Mitarbeiterin, aber eine Diät wird nicht nötig sein, es handelt sich schließlich um ein Flusspferd. 65 Tonnen Äpfel gingen 2018 an die Apfelfreunde unter den 4235 Individuen aus 463 Arten, 36 Tonnen Karotten an die Möhrengenießer, 20 Tonnen Fleisch an die Karnivoren und 16 Tonnen Fisch an jene, die von Nahrung mit Flossen leben.

Interessante Details aus einem interessanten Jahr. Es war das 160. seit der Zoogründung, damals noch im Westen der Stadt. Es war auch das Jahr, in dem gleich drei kleine Löwen zur Welt kamen und die Besucher verzückten. Aber es war leider auch das Jahr, in dem ein kleiner Junge im Wassergraben neben den Trampeltieren ertrank. Zoodirektor Miguel Casares und die für den Tierpark zuständige Dezernentin Ina Hartwig (SPD) erinnern in ihren Beiträgen zum Jahresbericht jeweils an den entsetzlichen Unfall. Die Sicherheitsvorkehrungen an der Stelle wurden anschließend verstärkt.

Es war auch das Jahr, in dem die Erhöhung des Eintrittspreises auf zwölf Euro beschlossen (und heißt diskutiert) wurde. Sie griff erst 2019, aber schon im Vorjahr nahm der Zoo mehr Geld ein: 6,1 Millionen Euro im Vergleich zu 5,7 Millionen 2017, weil mehr Besucher kamen und mehr Mieteinnahmen für Zoo-Räume zu Buche schlugen. Das half freilich nicht viel. Zugleich stiegen die Ausgaben auf 18,5 Millionen (Vorjahr: 17,3). Ergo: Die Einnahmen decken die Kosten weiterhin nur zu einem geringen Teil. Jede einzelne Besucherin, jeder Besucher kostete umgerechnet 14,29 Euro Zuschuss.

Der Finanzierungsbedarf zu Lasten der Steuerzahler wuchs in den vergangenen Jahren kontinuierlich und wird das wohl auch weiter tun – das Konzept „Zookunft 2030+“ mit großen Umbauten wird nicht billig. Die Ausgaben, darauf weisen die Stadträtin und der Direktor hin, sind aber nicht nur Unterhalt für einen Freizeitpark; sie sind Investitionen in den Arten- und Naturschutz.

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