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So wie bei der "Critical Mass" Anfang August sieht's 2050 immer aus auf Frankfurts Straßen, verspricht Stadträtin Heilig.

Energiemanagement

Kuscheln für den Klimaschutz

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Vor 25 Jahren verordnete Frankfurt sich selbst konsequentes Energiesparen. Seither wurden Stromverbrauch und CO2-Ausstoß erheblich gesenkt. Bis 2050 will die Stadt sich komplett aus erneuerbaren Quellen versorgen - ein erreichbares Ziel, sagt das Fraunhofer-Institut.

Berühmte Leute wurden vor 25 Jahren geboren: der Sänger Cro, Fußball-Weltmeister Toni Kroos, die deutsche Einheit ist ebenfalls 25 – und was vermutlich bisher nur wenigen klar war: Auch der städtische Klimaschutz und das planmäßige Energiemanagement kamen 1990 auf die Welt. Grund genug für eine zünftige Feier am Dienstagabend.

„Heimliche Hauptstadt der Energieeffizienz“ sei Frankfurt, sagte Mathias Linder, seit 1991 Leiter der Abteilung Energiemanagement im Hochbauamt. „Vorreiter für einen besonders energieeffizienten Gebäudestandard“, legte Bürgermeister Olaf Cunitz (Grüne) nach. An diesen Standards festzuhalten, sei eine Verpflichtung und „alles andere als ein Luxus für bessere Zeiten, den man sich sparen kann, wenn die Mittel knapp werden“. Seit 1990 habe die Stadt ihren Stromverbrauch trotz wachsender Anforderungen durch Computer um zehn Prozent gesenkt, den Hausenergieverbrauch um 36, den CO2-Ausstoß um 37 Prozent.

Eine „Leuchtturmrolle“ sprach auch Umweltdezernentin Rosemarie Heilig der Stadt beim Energiesparen zu. Sie nahm die knapp 200 Festgäste mit auf eine Zeitreise ins Jahr 2050: „Auch ohne Kohle, Erdöl und Erdgas ist es warm und behaglich, niemand muss frieren“, schilderte sie, die Straßen und Plätze der Zukunft seien komplett mit LED-Lampen beleuchtet und von Fußgängern und Radfahrern gesäumt.

Zehn Mitarbeiter im Energiebüro

Energiesparen ist ja im Grunde kein allzu neues Thema, schon in den 70er Jahren gab es entsprechende Krisen. Anlass, das Ganze bei der Stadt professioneller aufzustellen, war der Beitritt Frankfurts zum „Klimabündnis der europäischen Städte mit den Völkern Amazoniens“ im Juli 1990. Die exotisch klingende Vereinbarung gab den Planern die Gelegenheit, das Energiebüro aufzuwerten: Es wurde eine Abteilung des Hochbauamts, die Stellenzahl wuchs damals von drei auf sechs und mittlerweile auf insgesamt zehn Mitarbeiter.

Was tun die Leute? Sorgen etwa dafür, Energie- und Wasserkosten niedrig zu halten. Ganz oben auf der Liste steht inzwischen das Ziel, bis 2050 die Stadt komplett aus erneuerbaren, also klimafreundlichen Energiequellen zu versorgen. Gerade haben die Stadtverordneten mit großer Mehrheit beschlossen, die Frankfurter Klimaschutzziele vom Fraunhofer-Institut untersuchen zu lassen. Dass sie erreichbar sind, hatte Fraunhofer bereits bestätigt - die neue Studie ist formal nötig für die Fortführung des „Masterplans 100 Prozent Klimaschutz“.
Einen Beitrag dazu leistete auch die Band Walk-a-Tones am Dienstagabend: Sie spielte ohne Strom, also klimaneutral. Und für alle Gäste gab es eine Fleece-Decke als Geschenk. Die Aufschrift: „Kuscheln für den Klimaschutz“.

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