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Rund 100 Menschen erinnerten an der Hauptwache an Christy Schwundeck.
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Rund 100 Menschen erinnerten an der Hauptwache an Christy Schwundeck.

Demo in der Stadt

Frankfurt: Christy Schwundeck - Von einer Polizistin im Gallus erschossen

  • Stefan Simon
    VonStefan Simon
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Rund 100 Menschen gedenken an der Hauptwache der vor zehn Jahren gestorbenen Christy Schwundeck. Die Staatsanwaltschaft stellte damals das Verfahren gegen die Polizistin ein, die Schwundeck erschoss.

Frankfurt am Main - „Meine Heimat ist gespalten, auch wenn viele nicht so denken. Rassismus ist bis heute noch das Tödlichste im Menschen“, ertönen die Reime des Frankfurter Rappers Credibil aus den Lautsprecherboxen über die Hauptwache. Mit dem Rap-Song beginnend, erinnern rund 100 Menschen an Christy Schwundeck.

Todesfall in Frankfurt: Christy Schwundeck starb durch eine Kugel in den Bauch

Auf den Tag vor zehn Jahren, am 19. Mai 2011, starb die 40-jährige Nigerianerin durch eine Kugel in den Bauch. Schwundeck hatte zuvor erfolglos von ihrem Sachbearbeiter im Jobcenter zehn Euro gefordert, weil sie seit Tagen kein Bargeld mehr hatte. Als die Polizei eintrifft, verletzt Schwundeck einen Beamten mit einem Messer. Eine Polizistin erschießt die Frau. Gegen die Schützin wird nie Anklage erhoben, die Staatsanwaltschaft hält ihre Schüsse für Notwehr. „Sie wurde nicht wegen zehn Euro erschossen“, sagt Vanessa E. Thompson, Mitbegründerin der nach Schwundecks Tod gegründeten „Initiative Christy Schwundeck“. Ihr Tod sei ein Fall von „tödlichem institutionellem Rassismus“, sagt Thompson.

Während sie redet, ist es still an der Hauptwache. Nur die umherlaufenden Passant:innen sind zu hören. Die Blicke der Anwesenden sind ernst, viele von ihnen halten Schwundecks Porträt in den Händen. Neben Thompson hängt an einem Pavillon ein weißes Banner mit der Aufschrift: „Gedenken an Christy Schwundeck“.

Black Lives Matter: Das Problem gibt es schon lange - auch in Frankfurt

„Die Polizeigewalt, nein, ich sage, die Polizei ist ein grundlegender Teil postkolonialer Verhältnisse“, so Thompson. Das Polizeiproblem gebe es nicht erst seit letztem Sommer. „Genauso wenig wie die Kämpfe Schwarzer Leben.“ Black Lives Matter („Schwarze Leben zählen“) mit Gerechtigkeit für Schwundeck zusammenzubringen hieße, die Verhältnisse abzuschaffen, die die Gewalt erst und immer wieder reproduzierten, sagt sie.

Nach Thompsons Rede folgt ein Grußwort der „Initiative in Gedenken an Oury Jalloh“. Jalloh verbrannte vor 16 Jahren in einer Polizeizelle in Dessau. „Oury Jalloh, das war Mord. Das wussten wir am ersten Tag, genau wie bei Christy Schwundeck. Auch das war Mord.“

Credibil rappt, dass Schwundeck reagieren musste: „Behandelt wie ein Tier, zieht sie ein Messer und zeigt Zähne. Fuchtelt mit dem Messer, trifft den Arm statt die Kehle. Justitia scheint blind, zieht die Waffe und zielt. Schreit noch mal kurz, entsichert, ladet und Bang Bang.“ (Stefan Simon)

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