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Die Schüler lieferten sich einen harten Wettkampf.

Frankfurt-Sachsenhausen

Sport statt Konflikte

Seit mehr als 25 Jahren messen sich Frankfurts Förderschulen im Tischtennis - mit stets wachsendem Erfolg. Das war nicht immer so.

Von Lena Griebel

Aufgeregt läuft Michael Betz durch die Halle der Landessport-Schule in der Otto-Fleck-Schneise. „Das war sehr gut! Vorhand! Vorhand!“ spornt der sportliche Leiter der Johann-Hinrich-Wichern-Schule die Förderschüler an. Die 45 Mädchen und Jungen zwischen acht und 17 Jahren gaben am Mittwoch alles, um beim Tischtennis-Turnier der Frankfurter Förderschulen gut abzuschneiden.

Denn früher, als es nur reguläre Schulmeisterschaften gab, hatten sie eher selten Erfolg. „Den speziellen Anforderungen und Bedürfnissen der Förderschulen wurde schlicht keine Rechnung getragen“, erklärt Betz. „Das war für alle Beteiligten frustrierend.“

Deshalb gründete sich in den 90er Jahren der Arbeitskreis-Sport der Frankfurter Förderschulen und richtete seine eigenen Meisterschaften aus. Mit Erfolg: Gab es anfangs nur Schwimmen als Disziplin, sind es heute fünf Sportarten und jährlich neun Wettbewerbe, in denen sich die Förderschüler messen. Für die Betreiber der Turniere sei es wichtig, dass sich die Kinder sportlich betätigen. „Wenn nur zwei Kinder in der Pause Tischtennis spielen anstatt in Konflikte verwickelt zu werden, ist das ein riesiger Gewinn“, erklärt Betz.

Auch lernten sie besser mit Misserfolgen umzugehen. Einer der talentiertesten Tischtennis-Spieler ist der 13-jährige Mohamed El-Bairi. Bei sieben Turnieren schaffte er sieben Mal Platz eins. Auch dieses Jahr ist er sich sicher: „Ich will und werde das Turnier gewinnen. Ich bin einer der Besten.“ Obwohl er nur in der Schule trainiert. „Herr Betz übt öfter mit mir, das ist total schön“, sagt Mohamed E-Bairi. Auch die 13-jährige Canan Centineo ist eine erfahrene Turnier-Teilnehmerin. Die Schülerin der Karl-Oppermann-Schule ist zum dritten Mal dabei. „Ich habe schon zwei Mal die Goldmedaille gewonnen, dieses Mal möchte ich auch erste werden. Der Wettbewerb macht super Spaß und motiviert mich total“, sagt sie.

Sowohl Canan Centineo als auch Mohamed El-Bairi lagen mit ihrer Prognose richtig: Beide gewannen am Mittwoch in ihrer Altersgruppe Gold. Den ersten Platz haben zudem Tabita Couaci, Dina Wessel und Esther Mindle gemacht. Bei den Jungs waren es Mohamed El-Bairi, Valentino Demdester, Paul Eisert und Enes Özkan. Das Doppel gewannen Fedat Gülec und Junis Hennig.

Am Turnier teilgenommen haben die Hallgarten-, die Karl-Oppermann-, die Kasino-, die Johann-Hinrich-Wichern- und die Weißfrauenschule sowie die Schulen am Reinhardshof und am Sommerhofpark.

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