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Jonathan Schreiber (24) am Frankfurter Ostpark. Foto  Leonhard Hamerski
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Jonathan Schreiber (24) am Frankfurter Ostpark.

Weihnachten

Tipps und Tricks vom Baumverkäufer

  • vonSabine Schramek
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Das Fest ohne Tanne muss nicht sein. Die Verkäufer sind von der Schließregelung durch die Corona-Pandemie ausgenommen.

Unter Buchen, die gerade ihre letzten Blätter abgeworfen haben, steht ein kleiner Tannenwald hinter einem großen Rundumgatter. Über den duftenden Bäumen wachen große Engel und sanfte Lichter, die an einen Märchenwald am Ostpark erinnern. Die Sorge war groß, dass Weihnachtsbäume wegen des Lockdowns keine Wohnung oder keinen Garten mehr finden dürfen, wo sie Menschen Freude machen. „Ich fühle mich total geehrt, dass alle Weihnachtsbaumverkäufer von der Schließregelung ausgenommen sind“, sagt Jonathan Schreiber (24) mit roter Maske vor Mund und Nase und schwarzem Stirnband auf dem Kopf. „Und die Leute haben sich davor gefürchtet, ob sie noch einen Lieblingsbaum aussuchen können. Jeder soll doch einen Baum zu Hause haben dürfen.“

Schreiber verkauft zum ersten Mal Weihnachtsbäume. Der Student hatte sich überlegt, was er für einen Job im Dezember machen kann. „Ich habe alles richtig gemacht“, sagt er strahlend und beobachtet einen Mann, der suchend von Baum zu Baum geht. Unterschiedliche farbige Bänder kennzeichnen die Bäume nach Arten: Nordmanntanne, Blaufichte und die edelste, die Nobilis. Sie trägt einen besonders intensiven Duft nach Wald und Harz, ihre grünlich-bläulichen Nadeln stechen ebenso wenig wie die der immer noch beliebtesten Nordmanntanne, und die Nadeln bleiben zwei bis drei Monate lang am Baum. Auch Blau- und Rotfichten sind dabei.

„Der höchste Baum, den ich verkauft habe, war 5,30 Meter hoch, der kleinste war 70 Zentimeter groß“, erzählt Schreiber. Der hohe Baum steht jetzt in einem Garten in der Nähe der Alten Oper. Der kleine bei einer älteren Dame in Bornheim auf einem Tisch. „Glücklich sind beide“, weiß der Verkäufer und lächelt unter der Maske.

Bäume alle aus dem Westerwald

„Am schönsten ist es hier für Paare. Sie laufen herum wie im Wald und können lange diskutieren, welchen Baum sie am schönsten finden. Wenn Familien kommen, dürfen meist die Kinder aussuchen, welchen Baum sie haben möchten. Das ist oft lustig, weil sie gerne drei Meter hohe Bäume hätten, die Decke aber nicht so hoch ist. Dann braucht es etwas Geschick, sie zu niedrigeren Bäumen zu überreden.“

Für das Ausmessen der Bäume, die alle aus dem Westerwald kommen, ist er auch ausgerüstet. Ein mehr als drei Meter langer, dicker, eckiger Maßstab mit handschriftlichen Maßangaben steht mitten zwischen den Bäumen und ist jederzeit behilflich, die passende Größe zu finden. Dazu gibt es auch passende Christbaumständer, Tannen- und Mistelzweige. In einem Behälter liegen Holzspäne. Wenn der Stamm zu dick ist, macht ihn Schreiber passend. „Ich bin zwar das erste Mal beim Weihnachtsbaumverkauf, aber Corona hat eindeutig einiges verändert. Ganz viele Kunden erzählen mir, dass sie sich dieses Jahr zum ersten Mal einen Weihnachtsbaum holen. Manche, weil sie als Paar frisch zusammengezogen sind, andere, weil sie sonst immer verreist sind. Und die dritte Gruppe ist die, die im Homeoffice arbeitet und es sich dort auch weihnachtlich-behaglich machen will.“

Eine junge Frau hat ihren Baum gefunden, nachdem sie eine Weile zwischen zweien unentschieden war. Schreiber legt ihn in das Rohr und packt ihn mit einem Netz ein. Der Baum ist ziemlich groß und buschig. „Ich trage ihn Ihnen zum Auto“, bietet er sofort an. „Das ist nicht nötig“, antwortet sie, aber er geht schon los mit dem Baum auf der Schulter. Die Frau freut sich, denn mit einem Schwung ist der Baum verstaut. Tipps, um ihren Baum zu wässern, erhält sie auch noch.

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