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Charlotte, 10 Jahre (links) und Elisa, 13 Jahre, zeigen den Eseln der Schilasmühle, wo es lang geht.

Niederursel

Mit Tieren lernen

Die Schilasmühle im Oberurseler Weg versteht sich als Naturfarm. Dort können sich Kinder und Familien ganzheitlich spüren.

Frau Günther und Hilde fühlen sich sichtlich wohl. Die beiden Hennen sitzen im Hof in der warmen Nachmittagssonne, tauchen ihre Flügel in den Sand und buddeln sich ein. „Guckt mal, wie süß!“ ruft Sandra Brinkmann to Brozen vom Verein Schilasmühle e.V. ihren Töchtern begeistert zu. „Die duschen. Das ist Hygiene bei denen,“ erklärt der Vorstandsvorsitzende Bernhard Zander etwas trockener und beobachtet die Tiere amüsiert.

Die Aufteilung zwischen den beiden Vorstandsmitgliedern der Schilasmühle wird schnell klar: Sie, die noch als Architektin in Teilzeit arbeitet, ist die Praktikerin. Mit Verena Holly vom „hof“, ist Brinkmann für die pädagogischen Angebote verantwortlich und betreut Kindergartengruppen oder Grundschulklassen, die die Naturfarm besuchen. Mit einer Gruppe von circa zehn Ehrenamtlichen versorgt sie auch die Tiere.

Die Schilasmühle, Oberurseler Weg 11, ist für Besucher samstags, 11 bis 14 Uhr, und sonntags, 15 bis 17 Uhr, offen. Eintritt: drei Euro (für Fördermitglieder frei).

Am Sonntag, 12. Mai, findet eine Mitmachaktion für Familien statt. Von 10.30 bis 14 Uhr wird gemeinsam an Gelände und Ställen gewerkelt und gestaltet. Ab 14 Uhr gibt es ein geselliges Beisammensein bei Stockbrot und Würstchen vom Grill. Teilnehmer werden gebeten, Arbeitshandschuhe, festes Schuhwerk und Grillgut mitzubringen.

Weitere Termine und Infos unter: www.der-hof.de/schilasmuehle. more

Er, der ehemalige KfW-Angestellte aus der Entwicklungszusammenarbeit, kümmert sich um Finanzen und Behörden. Die Renaturierung der Bachaue ist das Herzensprojekt des „alten Streuobstaktivisten“, wie Brinkmann ihn vorstellt.

Jeden Donnerstag treffen sich die beiden außerdem mit einer Handvoll weiterer Ehrenamtlicher zum „Arbeitstag“ in der Mühle und renovieren gemeinsam die Ställe oder arbeiten im Gelände am Urselbach. Der Verein, der inzwischen mehr als 25 Fördermitglieder hat, ist offizieller Bachpate für den Abschnitt neben dem Anwesen, erklärt Zander stolz.

„Wir sprechen bewusst von einer Naturfarm. Kinder können hier ihren Körper in der Natur spüren,“ erläutert Brinkmann den Ansatz der Schilasmühle, während sich ihre 13-jährige Tochter im Hintergrund vor Esel Toni aufbaut und ihm deutlich macht, wer von den beiden der Chef ist. Den Verein Schilasmühle e.V. haben die Niederurseler 2016 in Zusammenarbeit mit dem anthroposophischen Zentrum „der hof“ gegründet. Im Jahr darauf hat er die Mühle aus dem späten 18. Jahrhundert, die zuletzt als Reiterhof genutzt wurde, in Erbpacht übernommen. Ins ehemalige Wohnhaus soll Ende 2020 der Naturkindergarten vom „hof“ einziehen. Den Rest des Anwesens bauen sie in Eigenleistung Stück für Stück selbst aus. „Mit viel Muskelhypothek“, so Zander. Seit Herbst 2018 gibt es Tiere auf der Farm. Erst waren es nur einige Schafe. Inzwischen sind Kaninchen, Hühner, Esel, ein Pony und ein Pferd dazugekommen. „Das ging alles viel schneller und viel größer als geplant“, sagt Brinkmann und freut sich.

Jeden Samstagvormittag und Sonntagnachmittag können die Menschen aus der Umgebung auf der Farm einfach vorbeischauen. Einmal im Monat findet ein offener Naturnachmittag statt, an dem Kinder mit einer angehenden Naturpädagogin das Gelände erkunden. Zudem gibt es für Fördermitglieder die Bachkindergruppe, die sich regelmäßig trifft. Angebote für Kindergruppen werden nach Absprache vereinbart. „Die nächsten Monate sind wir allerdings schon fast ausgebucht“, verrät Brinkmann.

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