Theresienstadt

Eintracht Frankfurt gedenkt

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Ein Abend mit Helmut Sonneberg bildet den Auftakt zur Reihe „Frankfurt – Theresienstadt – Eine Spurensuche“.

Demnächst jährt es sich zum 60. Mal, dass Helmut Sonneberg sein Idol Alfred Pfaff auf den Schultern vom Platz trug. Das war nach dem Gewinn der Süddeutschen Meisterschaft 1959, auf die bekanntlich auch die Deutsche folgte. Aber davon wird Sonneberg, 86-jähriges Eintracht-Urgestein, am kommenden Dienstag, 29. Januar, 19.30 Uhr, nicht viel erzählen. Sein Thema ist ernst: Er wurde 1945 als Kind von den Nazis ins Konzentrationslager Theresienstadt deportiert.

Der Abend mit Sonneberg bildet den Auftakt zur Reihe „Frankfurt – Theresienstadt – Eine Spurensuche“, für die das Eintracht-Frankfurt-Museum bis in den Herbst sieben Veranstaltungen plant. Es folgt am 24. März ein Stadtrundgang auf den Spuren der „Juddebube“ – so wurden die Eintracht-Spieler einst wegen ihrer auch im jüdischen Frankfurt starken Verwurzelung genannt. Am 15. Mai gibt es einen Abend „Über Theresienstadt“ mit Lesung, Vortrag und Diskussion, am 16. Juni einen Filmabend mit der Dokumentation „Liga Terezin“ über die Fußballliga, die tatsächlich 1943/44 in dem Lager existierte. Am 25. Juni verlegen die Museumsleute, wie sie das regelmäßig tun, Stolpersteine zur Erinnerung an verschleppte, vertriebene und ermordete Frankfurter in der NS-Zeit. Am 14. August folgt der Besuch der Erinnerungsstätte Großmarkthalle; die Halle diente als Sammelstelle, um Juden in die Vernichtungslager zu bringen. Im Oktober schließlich steht eine Reise nach Theresienstadt auf dem Programm.

Die Eintracht ist gerade in den vergangenen Monaten stark gegen Rassismus aufgetreten. Das Eintracht-Museum unter der Leitung von Mathias Thoma engagiert sich schon sehr viel länger, verlegt Stolpersteine, erinnert bei vielen Gelegenheiten an Sportler, die eingesperrt, entrechtet und ermordet wurden. In diese Tradition passt das Theresienstadt-Projekt, das Helmut Sonneberg intensiv begleiten wird. Der Eintritt am Dienstag ist frei. www.eintracht-frankfurt-museum.de

Rubriklistenbild: © Andreas Arnold

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