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Fang den Ball: Konstruktionen von Erstsemestern.

Maschinenbau-Studium

Zur Theorie kommt gleich das praktische Bauen

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Die Experiminta zeigt, was neue Maschinenbaustudierende auf Anhieb an Fahrzeugen zustande bringen. Die Ausstellung läuft bis zum 11. Februar.

Auf die Plätze, fertig – bauen! Ungefähr so starten die Maschinenbaustudierenden an der Frankfurt University of Applied Sciences (UAS) ins Studium. Schon in der ersten Woche konzipieren sie in Kleingruppen ihr erstes Projekt – in diesem Semester ein ferngesteuertes Fahrzeug. Sie tun das flankiert von Vorlesungen und unterstützt durch Professoren – und zum zweiten Mal auch für ein Publikum. Seit dem 15. Januar können ihre Werke im Experiminta-Museum an der Hamburger Allee bestaunt und am Samstag sogar ausprobiert werden.

Das sogenannte Startprojekt des aktuellen Wintersemesters steht unter dem Motto „Das Runde muss ins Eckige“ – inspiriert durch die Fußball-WM im letzten Jahr. Und das sieht man den Fahrzeugen an. Kunstrasen, Tornetz, Ball oder Sechseck-Muster – etwas davon ziert jede Konstruktion. „Wir wählen jedes Jahr ein anderes Thema und eine andere Aufgabenstellung“, erklärt Projektleiter Stefan Dominico. Der Grundgedanke aber bleibe gleich: „Die Studenten sollen von Anfang an auf kurze Projektzeiträume und ständigen Wettbewerb vorbereitet werden, denn das bringt der Ingenieursberuf mit sich.“

Der Studentin Svenja Zöller sagt das zu: „Es gefiel mir gut, so spielerisch-praktisch ins erste Semester zu starten“. Das half ihr unter anderem dabei, Kommilitonen kennenzulernen. „Mit zwei Leuten aus meiner Projektgruppe bin ich sogar zusammengezogen.“ 80 Studierende haben zeitgleich mit ihr ein Maschinenbaustudium an der UAS aufgenommen, davon acht junge Frauen. „Das sind schon mehr als im letzten Jahr“, weiß Svenja. Auch das sei ein Ziel der Ausstellung: Geschlechterübergreifend für MINT-Fächer zu begeistern.

Bei den Museumsbesuchern kommt das an – besonders die Mitmach-Aktion. „Mein Sohn ist vollkommen fasziniert“, meint Sandra Erb. „Er wartet schon ungeduldig auf ein Fahrzeug.“ Auch Erb hat an der UAS studiert und weiß aus Erfahrung: „Das Learning-by-doing-Konzept funktioniert“. Und dann wird eine Fernbedienung frei, und Sohnemann Julius ist an der Reihe. Immer zwei Wagen können gegeneinander antreten. Das Ziel: möglichst viele Tennis- und Fußbälle ins gegnerische Tor zu schieben. Die Fahrzeuge haben dafür oft kleine Arme an den Seiten. Eines in Form von an Holzstäben befestigten Torwarthandschuhen, ein anderes in Gestalt eines Tornetzes.

Ob Holz-, Aluminium- oder Plastikkonstruktion, kunterbunt oder schwarz-weiß, beleuchtet oder beschrieben: „Dem Design waren keine Grenzen gesetzt“, sagt Stefan Dominico. Nur mussten die Fahrzeuge eine vorgegebene Größe einhalten. „Damit es fair bleibt, hatten wir alle dieselben Startbedingungen“, ergänzt Svenja. 22 identische Motoren, Fernbedienungen und Akkus stellte die UAS zur Verfügung – entsprechend der Zahl der Gruppen. Zudem bekam jedes Team 50 Euro übergeben, mit denen das restliche Zubehör finanziert werden konnte. Zwei Wochen hatten die Studierenden Zeit, die Fahrzeuge in Kleingruppen von sechs Personen zu entwickeln, zu bauen und sich der finalen „Football Challenge“ zu stellen. „Alle waren rechtzeitig fertig und funktionsfähig“, lobt der Professor.

Die Ausstellung im Experiminta-Science-Center, Hamburger Allee 22-24, 60486 Frankfurt, kann bis 11. Februar besichtigt werden. Öffnungszeiten: montags von 9 Uhr bis 14 Uhr und dienstags bis freitags, von 9 Uhr bis 17 Uhr sowie samstags und sonntags von 10 Uhr bis 18 Uhr.

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