+
Protest gegen § 219a .

Weltfrauentag

FR-Diskussion im Haus am Dom über Abtreibung

  • schließen

Zum Frauentag diskutieren FR-Chefredakteurin Bascha Mika, Ärztin Christiane von Rauch und Gaby Hagmans vom Caritasverband über Abtreibung.

Für den morgigen Mittwoch haben die selbsternannten „Lebensschützer“ wieder Proteste vor der Beratungsstelle von Pro Familia im Frankfurter Westend angekündigt. Die Ärztin Christiane von Rauch achtet das Demonstrationsrecht – aber sich „30 Meter“ vor dem Eingang hinzustellen, um die Frauen, die sich beraten lassen wollen, einzuschüchtern, „das geht überhaupt nicht“, sagt von Rauch, die am Donnerstag, 7. März, 19 Uhr, aus Anlass des Internationalen Frauentages an einer Diskussion mit FR-Chefredakteurin Bascha Mika im Haus am Dom teilnehmen wird.

Die dritte Ausnahmefrau in der Runde heißt Gaby Hagmans. Sie leitet seit Oktober 2014 den Caritasverband in Frankfurt und war zuvor als Bundesgeschäftsführerin des Sozialdienstes katholischer Frauen mit Themen wie Babyklappe und Schwangerschaftsberatung befasst. Bei ihrem Amtsantritt hatte Hagmans das Verhältnis zur katholischen Kirche als „ein Spannungsfeld“ bezeichnet. Sie wolle keine öffentliche Kirchenschelte betreiben, aber innerkirchlich melde sie sich sehr wohl zu Wort. Als einziger Mann stellt sich der CDU-Fraktionsvorsitzende Michael zu Löwenstein der Diskussion. Er hatte, anders als die Koalitionspartner SPD und Grüne, einen FPD-Antrag abgelehnt, gegen die Mahnwachen der „Lebensschützer“ vorgehen zu wollen.

Dass das Thema Abtreibung plötzlich „explodiert“ sei, führt Christiane von Rauch auf die große Aufmerksamkeit zurück, die durch die Verurteilung der Gießener Ärztin Kristina Hänel wegen angeblicher Werbung für Abtreibungen (Paragraf 219a) entstanden ist. Von Rauch hat bereits Anfang der 70er Jahre gegen den Paragrafen 218 gekämpft. Am 6. Juni 1971 erschien das Titelbild des Nachrichtenmagazins der „Stern“ mit einer Vielzahl von Frauenporträts und der Schlagzeile „Wir haben abgetrieben“.

Damals ging es um die ersatzlose Streichung des Paragrafen 218, um das Recht der Frauen auf Selbstbestimmung. Obwohl der umstrittene Paragraf nicht gestrichen wurde, arrangierten sich viele Frauen mit der Gesetzesvorgabe, dass eine Abtreibung zwar verboten, aber straflos bleibt, wenn sich die betroffene Frau beraten lässt und der Eingriff frühestens drei Tage später vorgenommen wird.

Christina von Rauch hat früher selbst einmal für Pro Familia gearbeitet. Die gegenwärtige Auseinandersetzung begleitet sie mit einer bundesweiten Solidaritäts-Initiative von Ärztinnen und Ärzten für Hänel.

„Mein Körper, meine Entscheidung. Wir müssen wieder über Abtreibung reden“, Donnerstag, 7. März, 19 Uhr, Haus am Dom, Domplatz 3 .

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare