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Theaterfestival startet mit Umzug

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Von: Jonas Wagner

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Musik, Kostüme und eine große Portion Enthusiasmus: Die "Kulturinvasion" startete am Goetheplatz und läutete die diesjährige Sommerwerft ein.
Musik, Kostüme und eine große Portion Enthusiasmus: Die "Kulturinvasion" startete am Goetheplatz und läutete die diesjährige Sommerwerft ein. © Rolf Oeser

Die Sommerwerft in Frankfurt startet mit einem bunten Umzug durch die Innenstadt. Das kostenlose Theaterfestival lockt zum 16. Mal internationale Künstler in die Stadt.

Die Stimmung am Goetheplatz ist ausgelassen. Bunt verkleidete Menschen tanzen in der heißen Nachmittagssonne, die an diesem Freitag vom Himmel knallt. Dazu spielen Blechbläser, ein Gitarrist gibt tanzbare Rhythmen vor und der Mann hinter dem Mikrofon setzt dem Ganzen mit seinen gesungenen Lauten das i-Tüpfelchen auf.

Bei diesem Aufzug handelt es sich nicht etwa um Christopher-Street-Day-Nachzügler, die sich lediglich im Datum geirrt haben. Nein, die bunte, Lebenslust versprühende Truppe, die sich diesmal auf dem Goetheplatz versammelt hat, nennt ihr Unterfangen „Kulturinvasion“: Zunächst einmal geht es darum, Werbung für die Sommerwerft zu machen. Das kostenlose Theaterfestival an der Weseler Werft, das in diesem Jahr bereits zum 16. Mal internationale Künstler in die Stadt am Main lockt, beginnt nämlich just an diesem Freitag.

Daneben geht es den Teilnehmern dieser Veranstaltung außerdem darum, „Theater in die öffentlichen Räume“ zu bringen, wie auf einem schwarzen Transparent zu lesen ist. „Es findet viel zu wenig Kultur im öffentlichen Raum statt, diese Stadt könnte viel lebendiger sein“, ruft Bernhard Bub ins Mikrofon. Er ist Gründer und Leiter des Antagon-Theaters, welches die Sommerwerft gemeinsam mit dem Förderverein „Protagon“ veranstaltet. „Kultur für alle, das ist unsere Idee. Deswegen ist die Sommerwerft seit 16 Jahren am wachsen und sie ist nicht mehr aufzuhalten, denn sie trifft einen Nerv.“

Kurz darauf setzt sich der Zug in Bewegung, begleitet von ein paar Polizisten. Auf dem Weg, der über die Hauptwache und den Römer bis zur Weseler Werft am Mainufer führt, bleiben viele Passanten stehen und schauen sich den Trubel an. Rote und grüne Ganzkörperkostüme, groteske Perücken, Frauen, die auf Stelzen aus mehreren Metern Höhe Flyer verteilen - die Aufmerksamkeit ist der „Kulturinvasion“ gewiss, und so wächst der Demonstrationszug kontinuierlich an.

„Ich komme eigentlich aus Düsseldorf“, berichtet eine Frau, die ihr Fahrrad mitschiebt. Sie sei in Frankfurt unterwegs gewesen und habe sich dem Aufzug spontan angeschlossen. „Das machen die toll“, sagt sie sichtlich begeistert. Und ihr Begleiter ergänzt: „Die Musik ist gut, und das Anliegen ist wertvoll.“

Bernhard Bub spricht von 100 000 Besuchern, die die Sommerwerft in diesem Jahr erwarte. „Wir sind das größte öffentliche Theaterevent in der Stadt“. Das Festival geht in diesem Jahr mit dem Motto „Eine Welt und gemeinsame Freiräume“ an den Start und ist, wie immer, sehr international ausgerichtet.

Damit die Sommerwerft, die sich lediglich aus Spenden, Fördergeld und Standeinnahmen finanziert, auch in diesem Jahr stattfinden kann, sind über 300 ehrenamtliche Helfer aus über 20 Ländern im Einsatz. Fünf Tage lang habe man aufgebaut, berichtet Bub.

„Das hier ist richtig alternativ“, meint einer der ersten Besucher, der gerade sein Fahrrad abschließt. Seine Begleiterin ergänzt, die Sommerwerft sei „etwas wirklich Besonderes“. Vor allem, dass man hier Straßentheater aus anderen Ländern zu sehen bekomme, mache die Werft zu „einem der besten Sommerfestivals in Frankfurt“.

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