Kultur

Theaterallianz Frankfurt bekommt Gegenwind

  • Meike Kolodziejczyk
    vonMeike Kolodziejczyk
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In einem Protestbrief fordert die Frankfurter Theaterallianz die Wiederaufnahme des Kulturbetriebs. Ausgerechnet von zwei freien Bühnen werden sie nun dafür kritisiert.

Für die Frankfurter Bühnen Theaterperipherie und Landungsbrücken ist es „selbstverständlich“, dass angesichts des Infektionsgeschehens und der aktuellen Beschränkungen in der Corona-Pandemie auch Theater geschlossen bleiben. Wenn alle sich einig seien, dass Kontakte reduziert werden müssten, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen, dann gelte dies für Kultureinrichtungen genauso wie für andere Branchen.

„Es geht hier nicht um uns, sondern um die Gesamtgesellschaft“, heißt es in einem Schreiben der beiden Theater. „Gegen ein Virus lässt sich nicht protestieren, mit einem Virus lässt sich nicht diskutieren, dem Virus ist es völlig egal, wer sich ungerecht behandelt fühlt.“ Damit wenden sich die zwei freien Bühnen gegen einen offenen Brief der Frankfurter Theaterallianz, die damit Ende vergangener Woche gegen die Schließung der Theater protestiert hatte.

Obwohl die Theaterperipherie und die Landungsbrücken neben rund 20 weiteren Einrichtungen selbst der Theaterallianz angehören, hatten sie den Brief nicht unterzeichnet. „Ja zu Maßnahmen, aber bitte nicht bei uns, denn wir haben schon genug Opfer gebracht“ könne keine sinnvolle Forderung sein. Dadurch werde ein „Nebenkriegsschauplatz“ eröffnet und eine „spalterische Diskussion über vermeintliche Hochkultur und Unterhaltungskultur, über wichtige und vermeintlich unwichtige Freizeit“. Indem die Theater genauso geschlossen hätten wie Gastronomie, Clubs oder Tattoo- und Nagelstudios, kämen sie ihrer „gesellschaftlichen Verantwortung“ nach – müssten dafür allerdings auch angemessen entschädigt werden, fordern Theaterperipherie und Landungsbrücken.

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