Kulturszene in Frankfurt

Freie Künstler in Frankfurt wollen mehr Geld

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Ein neuer Zusammenschluss Kulturschaffender in Frankfurt will sich für die Belange der Branche einsetzen - und fordert Mittel aus dem Frankfurter Tourismusbeitrag.

Kunst gibt es nicht nur in bekannten Museen, Galerien oder Theatern. Sie wird von den unterschiedlichsten, auch freischaffenden Künstlerinnen und Künstlern mitgestaltet. Das ist auch in Frankfurt so. Damit sich die freien Künstlerinnen und Künstler besser vernetzen und für ihre Ziele eintreten können, haben einige von ihnen in Frankfurt eine entsprechende Initiative gegründet: die Koalition der freien Szene Frankfurt.

Die Gruppe ist unabhängig, versteht sich aber als politische Vertretung der freien Künstlerinnen und Künstler – und stellt Forderungen. „Wir wollen, dass ein Drittel der Einnahmen des Frankfurter Tourismusbeitrags in einen Fördertopf für freie Kunst aller Sparten investiert wird“, sagte Jan Deck bei der Vorstellung der Initiative am Mittwoch. Er ist freier Regisseur und einer von neun Sprecherinnen und Sprechern, die die neue Gruppe und ihre Interessen nach außen vertreten.

„Die Abgabe gibt es seit dem 1. Januar, und es ist immer wieder öffentlich versprochen worden, dass mit dem eingenommenen Geld Kultur gefördert wird“, erklärte Deck den Hintergrund der Forderung. In den meisten Kunstsparten sei die Förderung durch die Stadt mehr als mangelhaft. Gleichzeitig stiegen die Lebenshaltungskosten rasant. „Es muss dringend etwas passieren, damit die Frankfurter Kulturszene ihre Qualität behalten und sogar steigern kann“, so Deck. Die Gruppe will dafür in Zukunft den Kontakt zur Politik suchen.

Auch auf Wert der Arbeit aufmerksam machen

Allerdings, betonten die Kulturschaffenden, gehe es ihnen bei ihrem Engagement nicht nur um eine bessere finanzielle Förderung. Sie wollen auch auf den Wert ihrer Arbeit und ihre gesellschaftliche Bedeutung aufmerksam machen.

„Wir sind der Meinung, dass wir die Frankfurter Kunstszene stärken und auch eine gesellschaftliche Funktion erfüllen“, sagte Sylvia Demgenski, die ebenfalls zum Sprechergremium gehört. „Wir sind wichtiger, als wir wahrgenommen werden.“ Der Koalition gehe es daher auch um Sichtbarkeit, so die Cellistin. Freie Künstlerinnen und Künstler sollten untereinander besser vernetzt werden und mit einer Stimme sprechen können.

Die Gruppe ist kein eingetragener Verein, sondern ein loser Zusammenschluss freier Kunstschaffender verschiedener Sparten. Dazu gehören etwa Film, Musik, Theater oder Bildende Künste. In den kommenden Monaten wollen sich die Sprecherinnen und Sprecher ein Bild von der aktuellen Situation der freien Kunstszene in Frankfurt machen: Wie sieht es in den einzelnen Sparten aus? Welche Probleme gibt es dort, und wie könnte man sie lösen?

Davon ausgehend will das neunköpfige Gremium dann einen Maßnahmenkatalog für die freie Kunstszene erarbeiten. Zwei Mal im Jahr soll die Gruppe dabei von Experten aus der Frankfurter Kulturbranche unterstützt und beraten werden.

Weitere Informationen gibt es unter www.freieszeneffm.de.

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