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Theater in Frankfurt: Die „Winterwerft“ öffnet

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Von: Anja Laud

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Spiel um Macht: Szene aus „Triboulet“, eine Produktion des „Teatro Strappato“.
Spiel um Macht: Szene aus „Triboulet“, eine Produktion des „Teatro Strappato“. © Teatro Strappato

Das Internationale Theaterfestival auf dem Protagon-Kulturgelände in Frankfurt beschäftigt sich mit den Krisen der Zeit.

Klimakatastrophe, Corona-Pandemie, soziale Ungleichheit – wie Theater helfen kann, globale Krisen zu überwinden, das soll bei der „Winterwerft“ ausgelotet werden. Das Internationale Theaterfestival, das im Zeitraum vom 3. bis 13. Februar an jeweils zwei verlängerten Wochenenden zum fünften Mal auf dem Protagon-Kulturgelände abgehalten wird, will als Beitrag zur Krisenbewältigung, „in finsteren Zeiten“, so die Veranstalter, Geschichten teilen. Ihrem Publikum bieten sie neben Schauspiel Tanz, Performance und Musik.

„Entangled – verwoben, vernetzt, verschränkt, verflochten“, das ist das Motto der diesjährigen „Winterwerft“. Sie ist der kleinere, ernstere Partner der „Sommerwerft“, die der Kunstverein Protagon seit 20 Jahren von Juli bis September mit großem Erfolg auf dem Vereinsgelände in einem Industriegebiet zwischen den Stadtteilen Riederwald und Fechenheim ausrichtet. Die diesjährige „Winterwerft“ will Schauplatz von „dringend notwendigen Dialogen um Nachhaltigkeit, Resilienz und Gemeinschaft“ sein und durch kritisches Hinterfragen zum Perspektivwechsel einladen.

„Bei der Programmgestaltung haben wir Gruppen gesucht, die dazu passen“, sagt Bernhard Bub, Mitglied des Leitungsteams des Festivals. Die Mehrzahl der Kompanien, die im Februar aufträten, seien noch bei keiner anderen der „Werften“ dabei gewesen. Das Teatro Strappato, einer der Newcomer, bringt etwa am Donnerstag, 10. Februar, mit „Triboulet“ seine neueste Produktion auf die Bühne. In dem von Musik begleiteten Stück geht es um das Thema Macht.

Das Besondere an den Aufführungen der Kompanie, die zwischen Deutschland, Spanien und Italien pendelt: Alle Schauspielerinnen und Schauspieler tragen Masken. „Sie werden in einer Werkstatt aus Ton, Holz und Leder modelliert“, sagt Max Büttner, der ebenfalls zur Festivalleitung gehört.

Winterwerft

Das Internationale Theaterfestival „Winterwerft“ wird von 3. bis 13. Februar an jeweils zwei verlängerten Wochenenden in hybrider Form abgehalten.

Wer Aufführungen auf dem Protagon-Kulturgelände, Orber Straße 57, in Frankfurt besuchen möchte, dem empfiehlt der Veranstalter mindestens 30 Minuten vor Veranstaltungsbeginn zu kommen, da das Platzangebot wegen der Pandemie begrenzt ist. Reservierungen sind nicht möglich, .eines Eintrittsgeldes werden Spenden erbeten.

Besucher:innen müssen die 2G+Regel erfüllen, also geimpft oder genesen sein und ein aktuelles Coronatest-Ergebnis vorweisen. Testmöglichkeiten gibt es auf dem Veranstaltungsgelände. Personen, die eine Booster- (Auffrischungs-) Impfung erhalten haben, sind von der Testpflicht ausgenommen, sie werden aber um einen freiwilligen Test gebeten.

Für alle, die das Festival von Zuhause aus verfolgen wollen, bietet Pentagon zu ausgewählten Veranstaltungen über die Webseite der Winterwerft einen Live-Stream an.

Die Programmübersicht auf der Webseite wird regelmäßig aktualisiert, da es wegen Corona zu Änderungen kommen kann. Der Verein empfiehlt, sich vor Besuchen zu informieren. lad

www.winterwerft.de

Tanztheater zeigt unter dem Titel „Reinheit“ am Freitag, 11. Februar, Derevo, eine Gruppe aus Dresden mit russischen Wurzeln. Zusammen mit der Cellistin Ekaterina Gorynina geben sich der Tänzer Anton Adasinskiy und seine Söhne Arthur und David der Musik Bachs hin.

Zu einer poetisch-grotesken Reise in die Welt der Träume lädt das aus Tschechien stammende Continuo Theatre für Samstag, 12. Februar, mit „Hic Sunt Dracones“ ein, ein Stück, das Elemente des Körper-, Puppen- und visuelles Theater kombiniert.

Das Brama Teatr aus Polen zeigt in einer Kombination aus Musik und Theater einen „Ghost Dance“, der, so die Ankündigung, von „Schriften von Allen Ginsberg, Patti Smith, folkloristischer Kunst sterbender Zivilisationen und antikapitalistischen Manifesten“ inspiriert sei.

Nach insgesamt sechs Festivals, die seit Beginn der Corona-Krise auf dem Protagon-Gelände veranstaltet worden sind, sind die Freunde und Förderer freier Theateraktion pandemieerprobt. „Das Dah-Theater aus Serbien hat seine Teilnahme wegen der aktuellen Lage angesagt“, sagt Grischa Wiesner, auch er ist im Leitungsteam. Die hauseigene Theater- und Performancegruppe Antagon-Theateraktion wird am Freitag, 4. Februar, einspringen.

Den Zugang zum Festival auf Menschen zu begrenzen, die die 2G-plus-Regel erfüllen, behagt den Festivalmachern nicht. „Wir wollen ein Theater für alle machen“, sagt Bernhard Bub. Immerhin kann jeder zumindest die großen Veranstaltungen im Livestream verfolgen. Die „Winterwerft“ wird hybrid angeboten.

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