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Theater-Festival: Zwischen mehr als 200 Veranstaltungen wählen

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Von: Judith Köneke

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Die Performance „Apokalypse Resistance Training“ ist am Montag zu sehen.
Die Performance „Apokalypse Resistance Training“ ist am Montag zu sehen. © Katrin Schander

Das Programm des Festivals Politik im Freien Theater ist extrem vielfältig und umfangreich, wir haben einige Highlights herausgesucht

Mit den Worten „So kann es nicht weitergehen!“ beginnt das Theaterstück „Apokalypse Resistance Training“, in dem drei Spieler:innen anhand von persönlichen Geschichten und historischen Dokumenten von ihrem politischen Aktivismus erzählen. Die Performance des Theaters Grüne Soße wird im Rahmen des Festivals Politik im Freien Theater am Montag, 3. Oktober, um 20 Uhr im Kammerspiel des Schauspiels Frankfurt gezeigt.

Es ist eine von mehr als 200 Veranstaltungen, die noch bis zum Samstag, 8. Oktober, an rund 50 Orten in der Stadt zu besuchen sind. Unter dem Motto „Macht“ beleuchten 14 von einer Jury ausgewählte Inszenierungen aus der freien deutschsprachigen Theaterszene unterschiedliche Aspekte. Darüber hinaus gibt es Diskussionen, Filme, Lesungen, Performances, Führungen, Vorträge und Workshops. Die Organisatorin, die Bundeszentrale für politische Bildung, kooperiert mit hiesigen Kultureinrichtungen.

Wer Zeit und Muße hat, kann sich jeden Tag anderen Schwerpunkten und Darstellungsformen widmen. Bei dem Thementag „Vom Kriege“ geht es etwa um den Angriff auf die Ukraine und seine Folgen. Von 15 bis 23 Uhr sprechen am Samstag im Haus am Dom ukrainische Kulturschaffende über ihre Erfahrungen, die sie machen mussten.

Eine Diskussionsveranstaltung mit dem Titel „Wieder da? Jemals weg?“ beschäftigt sich mit rechter Gewalt seit 2000. Am Sonntag um 20 Uhr spricht Nancy Faeser, Bundesministerin des Innern und für Heimat (SPD), im Haus am Dom mit Ina Hartwig, Frankfurts Kulturdezernentin (SPD), Nuran David Calis, Regisseur „NSU 2.0“ (per Videobotschaft) und weiteren.

DAS fESTIVAL

Das 11. Festival Politik im Freien Theater startet am 29. September und findet bis 8. Oktober erstmals in Frankfurt statt.

Alle drei Jahre gastiert die Bundeszentrale für politische Bildung mit ihrer Veranstaltung an wechselnden Orten.

Zum ersten Mal in der über 30-jährigen Geschichte haben Künstler:innen aus der regionalen Freien Szene das Festival mitkonzipiert und umgesetzt.

Anmeldungen , Preise, Zeiten und Spielorte unter www.bpb.de/pift2022

Mit welchem Recht bestimmen wir über die Erde, obwohl die Menschheit nur 0,01 Prozent ihrer Biomasse ausmacht, fragten sich die Macher Metagarten, Helfersyndrom und das Klimaparlament GbR. Wenn sämtliche Wesenheiten im Rhein-Main-Gebiet – wie Stadtbäume, Eichhörnchen oder der Main, aber auch Hochhäuser, Autos oder der Flughafen – ihre Stimme in einem Klimaparlament erheben könnten: Welche Konflikte und Ideen offenbarten sich? Ein halbes Jahr lang wurden menschliche Botschafter:innen gesucht, die nun die Appelle nicht menschlicher Wesen am Sonntag und Montag im Senckenberg-Museum vortragen und darüber diskutieren werden.

„Unboxing Past“ ist eine Einladung zum gemeinsamen Öffnen von 105 Kartons des Archäologischen Museums. In diesen befinden sich Überbleibsel der bei den Novemberpogromen 1938 zerstörten Börneplatz-Synagoge in Frankfurt. Kleine Gruppen sind aufgefordert, über den Inhalt eines Kartons und den eigenen Umgang mit Geschichte und Erinnerungen ins Gespräch zu kommen. Vom 4. bis 8. Oktober läuft das Projekt von Helgard Haug/ Rimini Protokoll und Metahub Frankfurt, auch digital, via Zoom.

Um eine ehrlichere Auseinandersetzung mit dem Asylrecht in der deutschen Gesellschaft einzufordern, hat das Team von suite42 eine begehbare Installation mit sechs simultanen Filmen geschaffen, die sich aus verschiedenen Blickwinkeln mit dem Asylrecht auseinandersetzen. Im Fokus stehen nicht die Fluchtgeschichten, sondern die individuellen Handlungsspielräume und die damit verbundene Verantwortung, die Justizexpert:innen in deutschen Asylverfahren haben. Die Installation ist am Donnerstag und Freitag im Zoogesellschaftshaus zu unterschiedlichen Zeiten zu sehen.

In dem Projekt „Mutopia – was uns bewegt“ gehen Kinder und Jugendliche der dritten bis neunten Klasse an sechs Frankfurter Schulen in interdisziplinären Unterrichtsprojekten auf Forschungsreise. Ausgangspunkt sind eigene Erfahrungen zum Thema und entsprechende Bezüge im Unterricht. In der Zusammenarbeit mit Künstler:innen werden die unterschiedlichen Perspektiven kreativ gestaltet und dokumentiert: in Form von Video, Fotografie, Musik, Text, Comic, Theater, Tanz oder bildender Kunst als Film – und am Donnerstag, um 11 Uhr, bei einer öffentlichen Abschlusspräsentation in der Evangelischen Akademie gezeigt.

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