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Klara ist stolz auf ihr Gewinner-Bild – und Bildungsdezernentin Weber stolz auf die Frankfurter Schülerin.

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Textorschule in Frankfurt gewinnt Preis

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Schüler der Textorschule planen eine friedliche Stadt und gewinnt damit einen Preis bei einem internationalen Kunstwettbewerb.

Wenn sich Klara eine Stadt vorstellt, in der Menschen friedlich zusammenleben, dann gehört für sie ein „Vertragungspark“ dazu. Ein Park, in den Menschen gehen, wenn sie sich gestritten haben. Dort können sie sich wieder vertragen. „Da ist jemand, der ihnen hilft, den Streit zu regeln“, sagt die Siebenjährige.

In dieser friedlichen Stadt dürfen auch keine Autos fahren, „die verschmutzen die Umwelt“. Und im Fernsehen gibt es nur „Friedenssendungen, nichts mit Mord“. An die Tiere denkt Klara auch. „Selbst wenn das Tier hässlich ist, soll man es nicht zerquetschen.“ Spinnen etwa. „Man muss sich das nur einmal umgekehrt vorstellen – wenn uns Tiere zerquetschen, weil sie uns hässlich finden.“

Das alles hat Klara auf ein Bild gemalt. Mit vielen bunten Häusern, mit vielen Flaggen, und im „Vertragungspark“ steht ein „Vertragungscenter“ – Zugang nur mit Problemen. Rund 60 Mitschülerinnen und Mitschüler der Textorschule in Sachsenhausen haben ebenfalls als Bild festgehalten, wie sie sich eine Stadt vorstellen, in der Menschen friedlich zusammenleben. Die Bilder haben sie eingereicht beim internationalen Kunstwettbewerb „Peaceful Towns“ des Städtebündnisses „Mayors for Peace“. Und Klara ist dabei auf den dritten Platz gekommen.

Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) hat am Mittwoch eine Ausstellung in der Textorschule mit den Bildern der fünf Grundschulklassen eröffnet, die am Wettbewerb teilgenommen haben. Sie findet gut, „wie viele unterschiedliche Wünsche, Ideen und Vorstellungen die Kinder davon haben, wie friedliches Zusammenleben in einer Stadt aussehen soll“. Dass sie dabei das Wort Frieden in unterschiedlichen Sprachen oder verschiedenen Flaggen auf die Bilder gemalt hätten, zeige, „wie bunt und vielfältig eure Schule und die Stadt ist“.

Die Welt der Kinder besteht aus viel Platz zum Spielen. Lilly hat Wiesen und Bäume gemalt. Skateboards, Roller und Fahrräder. „Ruhe ist wichtig“, sagt die Achtjährige. „Bei uns vor der Wohnung fahren ständig Autos vorbei, das ist mir zu laut.“ Auf Tiyans Bild ist ein „Geldhaus“ zu sehen. „In das gehen die armen Menschen und holen sich Geld“, sagt der Zehnjährige. Autos dürfen bei ihm in der Stadt durchaus fahren. „Aber nur elektrische.“

In Kunst, Religion, Deutsch und Sachunterricht haben sich die Kinder mit dem Projekt beschäftigt, kleine Texte dabei zu ihren Bildern verfasst. Olivia schlägt darin vor, dass man mit Luftballons bezahlt. In Moritz’ Friedensstadt leben keine steinreichen Menschen und in Niklas’ gibt es keine Ausländerfeindlichkeit.

Ein Wettbewerb sei für die Kinder sehr motivierend, sagt Schulleiterin Tamara Neckermann. „Da wird etwas gewürdigt und hat ein Ziel.“ Da verschwinde etwas nicht einfach in einer Mappe. 469 Arbeiten aus 14 Ländern wurden bei dem Wettbewerb eingereicht. Die Dezernentin überbringt Klara eine Urkunde aus der Stadt Hiroshima, die das Städtebündnis koordiniert. „Ich würde mir wünschen“, sagt sie zu Klara, „deinen Park gäbe es in unserer Stadt.“

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