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Aqua-Cycling beim Tag der offenen Tür.

Sachsenhausen

Textorbad Sachsenhausen feiert Zehnjähriges

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Die Schwimmhalle am Adlhochplatz ist nicht groß, aber beliebt. Vor zehn Jahren hat sie das alte Bezirksbad ersetzt.

Dutzende Teelichter brennen am Samstagabend zum Geburtstag des Textorbads. Vor zehn Jahren wurde das Hallenbad eröffnet. Es ersetzte das alte Bezirksbad, von dem noch Fotos im Flur hängen. Die Lichter haben Mitarbeiter der Frankfurter Bäderbetriebe hinter den beiden Glasfronten der Schwimmhalle an der Schwanthaler- sowie der Textorstraße aufgestellt, so sind sie für Passanten und Schwimmer gleichermaßen zu sehen.

Die Deckbenbeleuchtung in der Halle ist gedimmt, Musik läuft im Hintergrund, die aber durch das Plätschern der Ablaufrinne fast vollständig geschluckt wird. Es ist nicht das größte Frankfurter Bad, das will aber nichts heißen. Der Publikumszuspruch sei hoch, sagt Michael Müller von den Bäderbetrieben. Mehr als eine Million Badegäste hätten es in der vergangenen Dekade besucht. 103 000 waren es 2019 bis November. „Das ist eine Steigerung von 10,8 Prozent zum Vorjahr“, sagt Müller. Das Textor lebe von den Stammgästen, Schulen und Vereinen.

Neben kostenlosem Eintritt und kleinem Buffet mit Handkäs gibt es am Samstag zum Zehnjährigen Schnupperkurse im „Aqua-Fitness“, „Aqua-Cycling“ mit Fahrrad-Hometrainern sowie „Aqua-Jumping“ mit Trampolinen, bei denen die Geräte unter Wasser stehen. Außerdem können die Technikräume zu dem 25 Meter langen und 12,5 Meter breiten Becken, ebenso wie ein Gymnastikraum, besichtigt werden. Das niedrige Becken fasst 425 000 Liter Wasser. „Es wurde relativ klein gehalten“, sagt Müller, eine Kostenfrage.

Jakob und seine Schwester toben am frühen Abend mit Schwimmbrillen auf den Köpfen in dem Edelstahlbecken, bei 30 Grad Wassertemperatur. Sonst sind es 28 Grad. Der Fünfjährige trägt Schwimmflügel. Er werde im kommenden Januar einen Schwimmkurs im Textorbad besuchen, berichtet Vater Philipp Meinecke. Schwester Leonie, die neun Jahre alt ist, hat den Kurs schon hinter sich. Einmal im Monat komme die Familie, die am Lokalbahnhof wohnt, ins Bad. „Meine Frau war mit Leonie vor achteinhalb Jahren bereits zum Baby-Schwimmkurs hier“, sagt Meinecke. „Die Ausstattung ist oldschool und nicht wie bei einem Spaßbad, was ich nicht brauche“, fügt der 46-Jährige hinzu. „Ich schon“, ruft Leonie. Und Jakob fehlt: „Ne Rutsche“.

Generell hätte Sara Gröning, die einige Meter entfernt ihre Bahnen zieht und kurz am Beckenrand verschnauft, gerne ein Bad mit Sprungturm. Den Turm und die Rutsche wird es allerdings im Textorbad aufgrund des beschränkten Platzes und der zu geringen Wassertiefe nicht geben. Trotzdem sagt die Bockenheimerin: „Ich bin am liebsten hier.“

Dabei liege das Rebstockbad, das im kommenden Jahr abgerissen werden soll, für sie näher. „Klein und überschaubar“, findet die 24-Jährige das Textor, das sei angenehmer. Für die Studentin ist außerdem der Preis ein Kriterium, und der sei im Textorbad etwas günstiger. Häufig versuche sie vormittags zu kommen, da sei es nicht zu voll. Philipp Meinecke nutzt das Bad dagegen nur mit seiner Familie. Zum Schwimmen gehe er lieber in ein Hotel in der Innenstadt, wo weniger los sei.

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