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Szene aus Hindle Wakes (Maurice Elvey, GB 1926/27).

Festival

Frauen-Filmfestival in Frankfurt

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Das Filmfestival Remake geht Ende November in die zweite Runde. Ein Höhepunkt des Festivals ist die Weltaufführung der Neukomposition zum britischen Stummfilm Hindle Wakes im Schauspiel Frankfurt.

Es sind Filme über starke Frauen, Filme, die sich aber auch Männer unbedingt anschauen sollten. Filme, die Geschichte aus der Perspektive von Frauen erzählen. Und es seien eben Filme, die oft im Laufe der Zeit einfach ungerechterweise vergessen worden seien und doch so wichtig wie aktuell seien. Das alles betont Karola Gramann, Leiterin der Kinothek Asta Nielsen am Mittwoch bei der Pressekonferenz in ihrem auf acht Minuten begrenzten Redebeitrag. Vom 26. November bis 1. Dezember läuft die zweite Ausgabe des Festivals „Remake. Frankfurter Frauen Film Tage“.

Die erste Ausgabe sei mit 20 000 Besuchern im Vorjahr sehr gut angenommen worden. Sie hofften nun auf genauso viele Besucherinnen und Besucher. Das Festivalzentrum ist das Pupille Kino im Studierendenhaus Bockenheim, Vorführungen gibt es aber auch im Deutschen Filmmuseum, den Harmonie Kinos und im Mal Seh’n Kino. Der Höhepunkt des Festivals sei die Welturaufführung der Neukomposition zum britischen Stummfilm „Hindle Wakes“ am 28. November im Schauspiel Frankfurt. „Die Filmmusik haben wir selbst in Auftrag gegeben. Die niederländische Pianistin Maud Nelissen, eine der international bekannten Stummfilmpianistinnen, hat sie neu geschrieben“, sagt Gramann.

„Hindle Wakes“ aus dem Jahr 1927 erzählt die Geschichte der jungen Fanny Hawthorn, die in einer Baumwollspinnerei im englischen Hindle arbeitet. Beim Ferienausflug der Firma in den Vergnügungsort Blackpool hat sie eine Affäre mit dem Sohn des Fabrikbesitzers. Aus Familiensicht bleibt nur die Hochzeit, um die Ehre zur retten. Doch Fanny gibt ihre Freiheit nicht auf: Sexuelle Selbstbestimmung als Teil des Arbeiterinnenstolzes.

Bei „Daughters of the Dust“ (USA 1991) der Regisseurin Julie Dash, steht Geschichte aus der Sicht afroamerikanischer Frauen im Fokus. Ein weiterer Schwerpunkt ist das queer cinema, wo sich alles um lesbische Liebe dreht.

Bei Remake geht es auch in Filmen und Vorträgen um die Geschichte feministischer Filmfestivals. Ende der 1980er-Jahre gründeten Filmemacherinnen aus Osteuropa einen internationalen Verband, der Austausch und Kooperation von Frauen im Film förderte: KIWI – Kino Women International (1987-1990). Zudem geht es um die Werke der Frankfurter Filmaktivistin Ella Bergmann-Michel.

Die Kinothek Asta Nielsen feiert in diesem Jahr ihren 20. Geburtstag. Gefördert wird Remake unter anderem vom Frauenreferat, der hessischen Filmförderung und den Kulturfonds Rhein-Main.

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