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Horst Becker im alten Heimatmuseum. 

Bergen-Enkheim

Bergen-Enkheimer Geschichtsverein will präsent bleiben

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Bis das Rathaus an der Marktstraße saniert ist, stellt der Club nur noch einen Teil seiner Exponate aus: im ehemaligen Schlecker-Markt gegenüber.

Seit das historische Alte Rathaus an der Marktstraße als einsturzgefährdet gilt, hat der Heimat- und Geschichtsverein seinen Sitz in den ehemaligen Schlecker-Markt auf gegenüberliegender Straßenseite verlegt. Dort stellt das Heimatmuseum nun einmal im Monat einen Teil seiner Exponate zur Schau. Eine Eröffnungsfeier findet am heutigen Donnerstag statt.

Nur ein Gips-Modell des Stadtteils, ein Diagramm der Schlacht von Bergen und historische Handwerksgeräte sind im Alten Rathaus verblieben. Sie seien zu schwer oder zu groß gewesen, um sie aus dem Gebäude zu bringen, berichtete Museumsleiter Horst Becker vom Heimat- und Geschichtsverein. Während der Sanierung, die erst im kommenden September beginnen soll, werden sie gut verpackt geschützt.

Ein Großteil der Exponate und das Archiv mussten ausgelagert werden. Die Stadt mietet dafür Räume an, einer ist das Gebäude gegenüber. Regale, Kisten und Schänke reichen bis unter die Decke, darin aufgereiht: Bücher und Schriftstücke, Fotos und Postkarten, Fahnen und Münzen, historische Werkzeuge und frühgeschichtliche Fundstücke. Sämtliche Besitztümer des Vereins, so gut sortiert wie möglich.

„Ich musste auch schon eine Anfrage ausschlagen, als ein Verein zu seinem Jubiläum nach Schaumaterial gefragt hat“, bedauert Becker. „Es ist in einer der Kisten, aber ich konnte es leider nicht finden.“

Im 40 Quadratmeter großen Schlecker-Ausstellungsraum sind die wichtigsten Eckpunkte der Bergen-Enkheimer Geschichte aufbereitet. „Um nicht ganz vergessen zu werden und in der Öffentlichkeit präsent zu bleiben“ haben sich Vereinsvorsitzender Winfried Röhling und der Museumsleiter entschlossen, ein „kleines Heimatmuseum“ einzurichten. Beim diesjährigen Berger Markt hatte man erstmals geöffnet.

Neben Exponaten aus Bergen-Enkheims Vor- und Frühgeschichte über die Römer bis zur Neuzeit werden auch mehrere Modelle des Rathauses im Wandel der Zeit gezeigt. Das sogenannte Spilhus wurde ab 1300 gebaut, im 15. Jahrhundert wurde es erstmals aufgestockt. Erst im 16. Jahrhundert erhielt es die markante Fachwerkfassade.

Auch wenn bei der Rathaus-Sanierung nur geringe optische Veränderungen am Gebäude vorgenommen werden, wird das Heimatmuseum den geschichtsträchtigen Moment der Wiedereröffnung 2022, sicherlich gut dokumentiert archivieren.

Eröffnungsfeier des „kleinen Heimatmuseums“ist am Donnerstag, 7. November, 18 Uhr, Marktstraße 38. Geöffnet ist sonst am ersten Sonntag des Monats, von 15 bis 18 Uhr.

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